Lächeln und winken
 
Der Höhepunkt der Trotzphase. Oder: Wenn Mama mitweint.

Die Trotz- bzw. Autonomiephase treibt nicht nur Kinder an ihre Grenzen. Anke von LÄCHELN UND WINKEN ist aktuell an dem Punkt, an dem sie oft einfach mit dem Söhnchen mitheulen möchte – so anstrengend empfindet sie es zeitweise. Aber: Aus Erfahrung mit ihrer Tochter weiß sie, dass das eigentlich ein gutes Zeichen ist! ;)

Lächeln und winken: Der Höhepunkt der Trotzphase. Oder: Wenn Mama mitweint.

Ich weiß, einige Stimmen behaupten, es gäbe die Trotzphase gar nicht. (Das halte ich persönlich aufgrund meiner Erfahrungen ja für ein Gerücht. ;) ) Falls man aber darauf besteht – wie ich also –, dass es diese Phase gibt, wird einem angeraten, sie doch wenigstens pädagogisch wert- und vor allem dem Kind gegenüber respektvoller „Autonomiephase“ zu nennen. Durchaus ein gutes Wort, weil es viel besser transportiert, dass der kleine Floh definitiv nicht aus reiner Garstigkeit wegen jedem Pups an die Decke geht wie eine Rakete mit Fehlzündung, sondern nicht anders kann UND dieses Verhalten für seine gesunde, weitere Entwicklung benötigt. Ich verstehe das. Ich finde das sogar richtig gut. Allerdings klingt der Begriff „Autonomiephase“ ob seiner Positivität in meinen Ohren immer ein bisschen so, als würde ich mit der Nutzung dieses Wortes mein Recht aufgeben, diese Zeit scheiß anstrengend, manchmal sogar schlicht zum Kotzen zu finden. WEIL mein Kind diese Phase ja schließlich BRAUCHT und meine AUFGABE dabei nun mal ist, es zu unterstützen, zu begleiten, zu stärken, aber auch loszulassen. Im Grunde alles wie immer eben ... nur unter ständigem, ohrenbetäubendem Geschrei. Da es mir hin und wieder jedoch an der dafür benötigten Größe als Super-Mum fehlt, ich manchmal einfach keinen Bock mehr habe, richtig kacke reagiere oder selber heulen will, bleibe ich lieber bei dem Begriff „Trotzphase“, der weniger pädagogischen Leistungsdruck auf mich ausübt ... ob das nun noch angesagt ist oder nicht. :D

Geht doch noch, diese Trotzphase.

Schon als die Mausemaus in diesem sehr besonderen Alter war, schrieb ich über das Thema „Trotzphase“. Und auch, als der Krümel so langsam in die Fußstapfen seiner großen Schwester trat. Ich nahm es stets recht locker und behielt weitestgehend meinen Humor, denn zum einen glaube ich wirklich, dass all die nervenaufreibenden Phasen der Kinder viel besser auszuhalten sind, wenn man darüber lachen kann (mit ein bisschen Abstand, versteht sich ... und einem Pfund Nerven-Schokolade im Mund ;) ) und zum anderen hat die kleine Madam mich damals durch ein dermaßen hartes Trotz-Bootcamp geschickt, dass der kleine Floh ihr sehr lange absolut nicht das Wasser reichen und mich dadurch auch kaum an meine Grenzen treiben konnte. Und auch heute noch würde ich sagen, dass alles was ER in Sachen Trotzphase auffährt, hinter dem was SIE früher bot, abstinkt ... schon allein deshalb, weil er selbst im schlimmsten Wutanfall weder haut, noch beißt, sondern maximal etwas wirft. Das feiere ich natürlich auch nicht gerade ab, aber da ich weiß, dass es durchaus noch viel schlimmer geht, bin ich an den meisten Tagen in der Lage, selbst unter starkem „Emotions-Beschuss“ ruhig zu bleiben und meinem Kind die mentale Unterstützung zukommen zu lassen, die es gerade braucht.

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