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Duschen im Kreis meiner engsten Angehörigen

Es ist Sonntagmorgen. Gefühlt ist eigentlich bereits Sonntagmittag, weil ich seit drei Stunden in Sachen Rahmenprogramm für Kleinkinder unterwegs bin.

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Aufstehen, mit Socken hinter der barfüßigen Brut herhechten, zwischen 738 Autos auf dem Küchentisch eine Schneise für Frühstücksutensilien schlagen, autonomes Stullen schmieren beaufsichtigen und auf ein annähernd ausgewogenes Verhältnis von Brot, Butter und Marmelade achten, versuchen meine Tasse zu leeren, bevor aus dem Soja Latte ein Kaltgetränk wird und unterdessen sieben Mal ins Wohnzimmer rennen, um gewalttätige Ausschreitungen beizulegen, beschließen, den Kaffee lieber vor Ort auszutrinken, um das Risiko von brüderlichen Bisswunden zu begrenzen und so weiter und so fort. Ihr werdet es kennen. Kinder machen sooo viel Freude.

Tagtraum vom Duschen
Den Mann wollen wir heute mal ausschlafen lassen – wenn er das bei dem Lärmpegel schafft, ist er entweder bereit für den Hörgeräteakustiker oder ein drittes Kind. Als er dann schließlich auftritt, wittere ich meine Chance und träume einen fixen Tagtraum von einer ausgiebigen heißen Dusche. Mit Beinrasur, Haarwäsche und anschließender Nutzung von Bodylotion. Falls die noch haltbar ist. Unsere letzte Begegnung ist einige Zeit her.

Ich drücke dem Mann eine Tasse Kaffee in die Hand, wünsche ihm viel Glück und ziehe die Badezimmertür hinter mir zu. Ich pelle mich aus meiner Sonntagsleggings – die
ebensogut eine Montags-, Dienstags- oder Mittwochsleggings sein könnte, und dem Rest meiner Kluft, die man vor etwa sieben Jahren mit dem Begriff „gemütliche Basics“
umschrieben hätte.

Ich stelle mich unter das verheißungsvoll rauschende Nass und schließe die Augen. Hach… RUMMS, das fliegt die Tür auf, eine kleine Hand reißt den Duschvorhang zur
Seite und jemand grölt „KUUUUUKUUUUUCK“ in meine Wellness-Oase.

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