Perlenmama
 
Ein Kind braucht Zeugen – Gedanken über das Gesehen-Werden

Ein bekanntes philosophisches Gedankenexperiment lautet: „Wenn im Wald ein Baum umfällt und keiner ist da um es zu hören, macht es dann ein Geräusch?“. Hierzu gab es schon die unterschiedlichsten Argumentationen bezüglich der Unterschiede von Beobachtung und Wahrnehmung und deren „Wirklichkeit“.

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iStock, skynesher

Warum erzähle ich euch das? Weil ich darüber schon eine Weile nachdenke, und zwar in meiner Rolle als Alleinerziehende.

Der Kontakt zum Miniperlen Papa hat sich ja nun gänzlich aufgelöst. Auf die Gründe möchte ich hier nicht eingehen, zum einen weil ich hier nicht schmutzige Wäsche waschen möchte, zum anderen aber auch, weil ich sie selber nicht verstehe. Aber so ist es nunmal. Was das nun mit dem umfallenden Baum zu tun hat, wurde mir kürzlich klar, als die Perle ihren ersten Wackelzahn entdeckte. Es war kurz vor 7 Uhr morgens, wir kuschelten alle noch etwas im Bett, bevor wir aufstehen mussten, da fanden wir ihn. Was eine Freude, was eine Aufregung. Und binnen 10 Minuten äußerte sie den Wunsch, ihrem Papa davon zu erzählen, also riefen wir ihn an. Er war ebenfalls sehr stolz und freute sich. Und wir freuten uns auch. Die Perle, weil sie einfach so stolz war und ich, weil ich jemanden hatte, dem dieses Ereignis quasi ebenso wichtig war wie mir, der wohl den gleichen leisen Schmerz spürte, dass das Baby schon so groß ist und dem dennoch vor Stolz ganz warm um’s Herz wurde.

Im Film „Shall we dance“ gibt es ein tolles Zitat zur Ehe, an das ich auch in dieser Situation oft denken muss, da ich glaube, dass es auch in diesem Kontext sehr gut passt.

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