Eine ganz normale Mama
 
Ein Recht auf heile Welt – Wieso ich meinen Kindern nicht alle Nachrichten erzähle

Bombenangriff hier, Mann erschlägt Frau dort, danach noch ein Busunfall mit fünf Toten und der misshandelte Säugling und zum Abschluss noch das Auto, das in die Menschenmenge gerast ist: Wenn man heutzutage die Nachrichten im Radio hört, dann will man eigentlich gar nicht hinhören.

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Nathalie Klüver

Und schon gar nicht, möchte ich, dass meine Kinder es hören.

Also bin ich dazu übergegangen, das Radio zur vollen Stunde leiser zu drehen. Seit mein Großer lesen kann, öffne ich die Zeitung morgens auch nicht mehr unbefangen, sondern drehe die Seiten so, dass er sie nicht einfach mitlesen kann. Weil ja fast jeden Morgen etwas drinsteht, das ich meinen Kindern nicht zumuten will. Weil auf dieser Welt zu viele Dinge geschehen, die ich noch nicht einmal verstehe. Die ich mir gar nicht vorstellen will. Und mich dennoch damit auseinandersetze – weil man gar nicht drum herum kommt (und ich als Journalistin auch eine gewisse Kenntnis der Nachrichtenlage haben sollte). Aber meine Kinder, die möchte ich so lange es geht, in ihrer heilen Welt lassen. In der keine Verrückten mit ihrem Auto in ein Straßencafé fahren, in der niemand seinen neugeborenen Säugling einfach aussetzt, in der es keine Giftgasangriffe oder Atombomben gibt.

Bin ich naiv?
Weil ich meine Kinder vor diesen Nachrichten bewahren möchte?
Weil ich sie in einer Art Blase aufwachsen lasse? In einer heilen Welt, die nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat?

Ja, vielleicht bin ich naiv.
Vielleicht behüte ich meine Kinder zu sehr.
Aber ich bin der festen Überzeugung: Kinder haben ein Anrecht auf eine heile Welt. Und je kleiner sie sind, desto heiler darf diese Welt sein.

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