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Lächeln und winken Eltern-Interview: Hochbegabung - wenn das Kind „wirklich“ weit ist für sein Alter

Lächeln und winken: Eltern-Interview: Hochbegabung - wenn das Kind „wirklich“ weit ist für sein Alter
Diesmal nimmt uns Mama Bianca in der Eltern-Interview-Reihe auf LÄCHELN UND WINKEN ein bisschen mit in ihr Leben, indem sie davon erzählt, wie sie herausfand, dass ihre Tochter hochbegabt ist und auch davon, welchen Einfluss das auf ihr Familienleben und ihren Alltag hat. Das kleine Mädchen mit "dem Ferrari im Kopf" hält ihre Eltern nämlich ordentlich auf Trab. ;)

Ich denke, so ziemlich jede Mutter und jeder Vater hat folgenden Satz mindestens schon einmal gehört oder sogar selbst gesagt: „Oh ... ja ... das Kind ist eben total weit für sein Alter.“ Ich persönlich sage es sehr gerne im Scherz, wenn einer meiner Sprösslinge mal wieder vor Publikum Leberwurst-Brot im Apfelsaft auflöst und das Gebräu dann schmatzend trinkt, weinend den Schnuller sucht, obwohl er wie gefühlt immer zwischen den Lippen klemmt oder auch mit fast sieben noch Popel isst und das ganz köstlich findet. Den meisten Eltern stellen sich allerdings längst die Nackenhaare hoch, wenn sie diesen Satz hören, denn schon lange bedeutet er nicht mehr nur, dass ein kleiner Floh irgendetwas schon voll gut kann und alle mächtig stolz auf den Fratz sind. Sondern er ist vielmehr der Inbegriff des stetigen Kinder-Leistungs-Vergleiches, der uns alle nervt, stresst und den völlig bescheuerten Druck erhöht, dass unser Kind in irgendetwas besonders gut und schnell und vor allem besser als alle anderen Kinder sein müsste, um „besonders“ zu sein. Dabei sind sie das doch eh alle ... besondere kleine Individuen, die wir mehr lieben als unser eigenes Leben und die ALLE ihren ganz individuellen Weg gehen werden. Und wir Eltern sind in der „besonderen“ Situation, diesen Weg begleiten zu dürfen. Ich meine ... wie viel besonderer muss es denn sein? Und ist das überhaupt so erstrebenswert, wenn das Kind wirklich „weit ist für sein Alter“ ... womöglich weiter ist als manch ein Erwachsener. Oder sogar weiter als DIE MEISTEN Erwachsenen? Was ist, wenn sich herausstellt, dass der Zwerg, den man da an der Hand hat, TATSÄCHLICH besondere Fähigkeiten aufweist, die die anderen Kinder nicht haben? Zum Beispiel in Form einer Hochbegabung, die am Genie-Status kratzt? Was genau bedeutet das für ein Kind ... und auch für die Familie?

Ich muss gestehen: Ich hatte schlicht keine Ahnung. Natürlich habe ich mir schon vor ihrer Geburt gewünscht, dass meine Kinder clever sein werden. Und es macht mich glücklich, dass sich dieser Wunsch offenbar erfüllt hat (soweit ich das aktuell beurteilen kann) ... auch wenn ich durchaus finde, sie setzen ihre Cleverness viel zu oft GEGEN mich ein. ;) Eine Hochbegabung ist aber nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe, dass ja auch erst einmal richtig benannt bzw. erkannt werden muss. Und dann nimmt eine echte Hochbegabung natürlich Einfluss auf den Familienalltag und ggf. sogar auf die Sozial-Kontakte. Denn wie gesagt: Dieser ständige Kinder-Leistungs-Vergleich hat uns alle mürbe gemacht und kritisch ... auch jenen gegenüber, deren Kinder wirklich in etwas oder sogar schlicht in Allem die Nase vorn haben.

Als Bianca mir das erste Mal schrieb, war ich sofort angefixt. Sie erzählte mir in einer Nachricht, dass ihre Tochter hochbegabt sei (ihr jüngerer Sohn wahrscheinlich auch, er wurde jedoch bisher nicht getestet) und sie sehr gerne mal etwas mehr darüber erzählen wollen würde, denn viele wüssten gar nicht, was genau so eine Hochbegabung alles mit sich bringen würde. Und das konnte ich nur bestätigen ... ICH nämlich auch nicht. Also sagte ich sofort zu. Und nun freue ich mich, dass es ein so umfang- und aufschlussreiches Interview geworden ist, weil sich Bianca wirklich Zeit dafür genommen hat. <3

1. Liebe Bianca, magst du dich und deine Familie vielleicht erst einmal kurz vorstellen?

„Hallo Anke, gerne. Unsere Familie wohnt irgendwo zwischen München und den Bergen, da wo alle gerne Urlaub machen :-). Dazu gehören mein Mann, meine 8-Jährige Tochter Leona und mein 3-Jähriger Sohn Benjamin. Und nicht zu vergessen natürlich unsere zwei Chef-Katzen Bella und Nala.“

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