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Elternrolle zur Coronazeit – wie ist die Aufteilung vorher/nachher

Unsere Aufteilung in der Kinderbetreuung wirkt nach Aussen schnell „klassisch“. Das alte Rollenbild ist immer noch verbreitet, dass die Mutter für die Kinder zuständig sei und der Mann arbeiten gehe. Auf den ersten Blick scheint das bei uns auch so. Aber es ist keine Rollenverteilung, die wir übernommen haben und ist doch ein bißchen komplexer.

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Im normalen Alltag ist der Mann oft beruflich weg, sowohl tagsüber als auch wirklich über Tage oder Wochen. Ich arbeite (meistens) von Zuhause. Wenn ich weg bin, ist er hier oder die Oma springt ein. Das funktioniert meistens prima, wie als ich im Februar für die Firma in London war. Aber manchmal bringt es Probleme, wie im September, als genau zur Kind + Jugend Messe an meinem vollsten Tag bei ihm ein wichtiger Dreh kam. Dazu kam (natürlich) dann ein krankes Kind, so dass die Oma-Betreuung auch ausfiel. Ich musste meine Termine absagen oder verschieben.

Das ist aber keine vorgegebene Arbeitsaufteilung, sondern so gewollt. Ich habe immer gearbeitet, aber nach der Geburt des Großen das Studium abgebrochen. Denn trotz Teilzeitarbeit des Manns, von der wir da eben lebten, war es zeitlich katastrophal. Mein eigener Arbeitsvertrag wurde nach Geburt nicht verlängert.

Ich bin gerne als Mama Zuhause
Ich wollte immer Kinder und sie nie U2 in Betreuung geben. Einen Betreuungsplatz U3 haben wir nicht bekommen, das war aber auch nur beim Großen Thema. Es ist meine Entscheidung, dass ich hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig bin und ich bin das gerne.

Mir macht es Freude und es ist mir wichtig. Ich arbeite gern, habe aber nie Karriereambitionen gehabt. 
Manche nennen es fehlende Emanzipation und „sich abhängig machen“. Ich bin ich und fühle mich nicht abhängig. Ich halte es für mein Recht bzw. für unser Recht, unser Leben als Familie so zu gestalten, dass es für uns aktuell passt. So, wie ich mich bei anderen Familien nicht einmische, wenn beide 50% (oder mehr) arbeiten oder wie bei einer Freundin der Mann die ersten Jahre Zuhause blieb und sie Vollzeit arbeiten ging. Genauso möchte ich das Recht haben, Zuhause zu arbeiten.

Umständebedingte Aufteilung
Der Hausherr war nie „nicht involviert“. Im Gegenteil. Sofern anwesend, ist er Morgens früh zuständig und bringt den Kleinen in den KiGa. Ich bin nämlich absolut kein Morgenmensch. Genauso ist er derjenige, der Nachts aufsteht, wenn ein Kind uns braucht und Nachts die Flasche gab. Ist er anwesend, ist er für die Kinder genauso verantwortlich wie ich. Er spielt und liest geduldig vor, hat sicher mindestens soviele Windeln gewechselt wie ich und Fläschchen gegeben. 
Teilweise ist er aber eben einfach nicht da, auch mal 3-4 Wochen am Stück oder, was mich fast mehr stört, ganz kurzfristig einige Tage. 

Mental Load
Was mir aber doch immer auffiel, Mental Load ist eher mein Ding. Ich koordiniere Termine, denke an alles, was die Kinder betrifft. Die Termine beim Kinderarzt mache ich aus, ich treffe ihre Verabredungen, ich gucke, was wann zu tun ist, was sie brauchen. Nicht, weil es den Mann nicht interessiert, sondern, weil er eben deutlich seltener da ist und es nicht vor Augen hat. 
Wenn wir in den Urlaub fahren, packe ich für 4 Personen plus was wir gemeinsam brauchen. Ich habe Daten im Kopf und versuche, für alle da zu sein und Bedürfnisse zu bemerken. Das zieht sich einfach durch den Alltag.

Und dann kam Corona

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