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Epilepsie: Warum ich mir manchmal mehr Empathie wünschen würde

Vor rund drei Jahren fing es an. Meine Tochter, damals 7 Jahre alt, zeigte plötzlich auffällige Verhaltensmuster. Es wirkte so, als würde sie kurz innehalten und überlegen.

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Nach zwei bis drei Sekunden war sie wieder ansprechbar und setzte ihre Handlung fort. Wenn wir sie darauf ansprachen, dann meinte sie immer, dass sie an Feen und Elfen denken würde. Auf Grund meines pädagogischen Hintergrunds weiß ich, dass es durchaus öfter vorkommt, dass sich Kinder in eine Phantasiewelt flüchten. Ich kenne das sogar von mir selbst. Während der Grundschulzeit habe ich ständig mit irgendwelchen imaginären Personen gequatscht und so meinen Frust abgebaut. Deshalb versuchte ich ihrem Verhalten auch nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken, doch diese „Aussetzer“, die man auch mit dem Neustart eines Computers vergleichen kann, traten immer öfter auf und auch bei mir wuchs die Sorge. Auch andere bemerkten diese Anfälle und wussten ebenfalls keinen Rat. Nur in der Schule blieb es unbemerkt. Ein knappes halbes Jahr ging das so, bis wir die Reißleine zogen und zum Arzt gingen. Ich hatte mich in der Zwischenzeit viel belesen und Dr. Google befragt. Dabei bin ich auch immer wieder auf Epilepsie gestoßen.

Heute ist mir klar, dass Epilepsie viel mehr ist, als das, was die meisten darunter verstehen. Nein, meine Tochter lag noch nie krampfend am Boden.

Die Diagnose war für uns alle ein Schock und wir haben eine Weile gebraucht, um damit klarzukommen. Im Nachhinein denke ich des Öfteren daran, wie groß doch unsere Sorgen waren, unsere Unkenntnis und wie viel Angst wir hatten, obwohl das eigentlich gar nicht nötig war/ist.

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