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Erwarten wir zu viel von unseren Kindern? // Kinder unter Druck in der Wettbewerbsgesellschaft

„Schaut Euch an, was eure Kinder alles schon können und schaut nicht auf das, was sie vielleicht noch nicht perfekt können. Bestärkt sie in dem, was sie gut machen und unterstützt sie in dem, was noch nicht so gut klappt! Vergleicht eure Kinder nicht und bewertet sie bitte nicht in jeder Situation. Lasst sie sein, wie sie sind, denn jedes Kind ist gut und genau richtig so, wie es ist!“

Mamablog Mama Michi: Erwarten wir zu viel von unseren Kindern? // Kinder unter Druck in der Wettbewerbsgesellschaft
iStock, FatCamera

„Sie ist doch erst 2 Jahre alt.“

Auch in meinem Bericht über unser Kindermusical und das Tanzen für Kinder, ging es teilweise genau darum. Was können unsere kleinen Kinder eigentlich schon?

Bzw. was glauben WIR Eltern, was sie können müssen/sollten oder aber was können sie eigentlich wirklich schon, obwohl sie es noch gar nicht müssten?

In unserer Gesellschaft ist es ja heute normal, dass wir uns immer und in jeder Situation messen und mit Anderen vergleichen. Alles ist irgendwie ein Wettkampf und muss, wenn auch unbewusst, bewertet werden.

Das merke ich gerade sehr extrem bei meinen Zwillingen. Auch wenn ich es nicht möchte, ich vergleiche sie, und natürlich sind sie unterschiedlich. Sie sind zwei verschiedene, ganz individuelle Menschen. Gerade jetzt im letzten Kindergartenjahr vor der Schule kommen mir diese Gedanken. Heute gehen wir zur Schuleingangsuntersuchung und da geht es schon wieder los mit dem Gedankenkarussel: Werden beide gut in der Schule sein? Die Lehrerinnen werden sie miteinander vergleichen etc. Ich weiß, dass die beiden verschieden gut in verschiedenen Bereichen sind. Die Eine ist künstlerisch sehr talentiert und kann stundenlag tolle Bilder malen. Die Andere liebt es zu Klettern und mit Bällen zu spielen. Ich finde, das ist auch gut so! Aber ich weiß, dass die Kinder mit diesen Vergleichen teilweise nicht gut zurecht kommen und das tut mir weh, zu sehen. Eine meiner Zwillinge ist Linkshänderin. Die haben es ja heute leider immer noch etwas schwerer als Rechtshänder. Sie braucht eben eine andere Schere als Beispiel. Neulich sagte sie zu mir:“ Mama, ich finde es unfair, dass alle anderen Kinder mit der anderen Hand schneiden!“ Was sage ich meiner Tochter in diesem Moment? Ich bestärke sie darin, dass es noch mehr Leute gibt, die mit der linken Hand schneiden oder Tennis spielen und versuche ihr gute Vorbilder zu nennen wie ihren Opa. Leider fallen mir nicht so viele ein, da früher ja noch umerzogen wurde und es offiziell nur Rechtshänder gab.

Ich finde es schön, dass sich meine Zwillinge so voneinander unterscheiden. Jede ist eine Persönlichkeit für sich, obwohl sie optisch nahezu identisch sind! (Für mich natürlich nicht :-))
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