VG-Wort Pixel

Fips & ich Der Geburtsbericht Teil 3: Die Austreibungsphase

Blog Der kleine Brandenburger Geburtsbericht Teil 1
© Neyya / iStock
Die zweite Dosis Schmerzmittel nach der Übergangsphase kam gleichzeitig mit den Presswehen. Ohne Eins-zu-Eins-Betreuung durch die Hebamme und einen perfekten Ehemann als Geburtsbegleiter weiß ich nicht, wie ich alles überstanden hätte. So erinnere ich mich an nichts, was nicht auf seine ganz besondere Weise „gut“ war. Gut und krass zugleich, inklusive Scheißdrauf-Moment.

Wann beginnt die Austreibungsphase (btw: was für ein hässliches Wort!) offiziell? Ich weiß es nicht. Für mich begann sie, als der Tropf mit dem Schmerzmittel zu wirken aufhörte. Das muss etwa gegen 20 oder 21 Uhr gewesen sein, also etwa 4-5 Stunden nach Beginn der Übergangsphase.

Ich erinnere mich nur sehr bruchstückhaft. Plötzlich war der Muttermund ganz geöffnet – ich war glücklich. Meine Gebärmutter bekam per Tropf einen Powercocktail verabreicht, um nicht nachzulassen. Wir zählten die Minuten bis zur nächsten Runde Schmerzmittel. Die Hebamme wechselte zum zweiten Mal und statt der sanften jungen Begleiterin hatten wir nun eine ältere, resolute Powerfrau im Saal, die uns die restlichen Stunden begleitete. Zum Glück waren wir an diesem Tag allein im Kreißsaal, denn ohne ihr ständige Gegenwart hätte ich sicher länger gebraucht.

Doch zunächst waren da nur Wehen. In den Pausen dazwischen schlief ich manchmal ein vor Erschöpfung, zumindest dämmerte ich in einem bilderreichen Halbkoma vor mich hin, bis mir der nächste Schub in den Rücken trat. Dem Fipspapa wurden die Hände lahm und das Etwas Vernunft in meinem Kopf brachte mich dazu, wenigstens ein paar Wehen aufrecht in seinen Armen veratmen zu können.

Ansonsten setze irgendwann ein seltsamer Mechanismus ein: Die Wehe kam, ich kommandierte „Knubbeln!“, atmete, brüllte und konzentrierte mich dann auf ein gleich ist es vorbei. Denn wenn der Griff des Fipspapas nachließ, wusste ich, dass auch die Wehe dies tun würde. Als würde er es vor mir fühlen.
Und irgendwie schaffte er es bei all diesem Da-Sein auch noch, die Meerschweinchenbetreuung zuhause zu organisieren und in einer Wehenpause ein paar schnelle Happen von dem von der Fipsoma gelieferten Kartoffelauflauf zu essen. Wie viele Hände und goldene Herzen dieser Mann an diesem Tag hatte? Ich weiß es nicht, aber er hat das alles mit einer Bärenruhe hinbekommen.

DIE HERZTÖNE SACKEN AB
Ansonsten ging es stetig voran, und zwar offenbar zu schnell für unser Baby. Ich bekam es in meinem Dämmer gar nicht so mit, aber plötzlich sackten die Herztöne dramatisch ab. 

Jetzt hier weiterlesen


Mehr zum Thema