Drachenmama und Trotzkopfkind
 
Geformt durch die Vergangenheit

Die erste Schwangerschaft ist etwas völlig neues für einen Menschen. Jedenfalls war das für mich so. Ich konnte mir mich vorher nie als Mutter vorstellen; mit einem auf mich angewiesenen Baby. Im Ernst, mehr als einmal fragte ich mich: wie ist man Mutter? Was muss man können?

Schule, Mobbing, Mutter
iStock, cglade

Als ich dann schwanger war hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie ich als Mutter sein würde. Wie ich erziehen würde. Ich fühlte mich glücklich, sicher und selbstbewusst!
Doch so habe ich mich nicht immer gefühlt. Es hat Jahre gedauert, bis ich so wurde, wie ich nun bin. Grund dafür ist meine Schulzeit. Die Schule ab der fünften Klasse war meine persönliche Hölle. 
Ich kam auf die weiterführende Schule und kannte so gut wie niemanden. Wie üblich bildeten sich schnell bestimmte Grüppchen. Die Beliebten. Die Coolen. Die Streber. Überraschung: ich gehörte nirgendwo rein. Woran es lag, kann ich selbst heute noch nicht sagen. Vielleicht lag es an meiner Brille. War es mein Haarschnitt? Der komische Name, für den sehr bald ein ziemlich unattraktiver Spitzname erfunden wurde. Oder Pech. In der Gesellschaft ist es nun mal so, dass manche Personen ausgeschlossen, gemieden oder diskriminiert werden. Einfach so.
Nachdem mein Spitzname feststand, verbreitete er sich rasend schnell in der Klasse. Und selbst einige Lehrer belächelten es, wenn ich in ihrer Anwesenheit getriezt wurde. Doch es gab auch andere, die versuchten zu helfen. Wer schon mal gemobbt worden ist, weiß allerdings, dass es manchmal nicht hilfreich ist, die positive Aufmerksamkeit eines Lehrers zu bekommen. Aber so ist es eben- es ist schwer, aus der Situation heraus zu kommen.
Tatsächlich wurde niemand mir gegenüber handgreiflich. Es war reiner Psychoterror. Ich kam in einen Raum und erntete abfällige Blicke oder Bemerkungen. Ich stand vor der Tür und wurde ausgelacht. Ich betete, in der Klasse weder gesehen, noch aufgerufen zu werden. Ich saß auf meinem Handtuch im Schwimmbad und wurde aufgrund meines Badeanzugs blamiert. Scham. Mein Hauptwort. Und so weiter. Die Liste ist lang. Ich hätte die Schule wechseln können- aber ich war sicher, mir würde es woanders genauso gehen. Es konnte ja nur an mir liegen. Also ließ ich es weiterhin über mich ergehen. Irgendwie schaffte ich es.
 

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