Lächeln und winken
 
Geschwister-Chroniken: Teil 10

Das persönliche „Dream-Team“ von Mama Anke von LÄCHELN UND WINKEN liegt alterstechnisch fast genau drei Jahre auseinander und liebt sich abgöttisch. Also meistens. Außer sie streiten sich gerade. Oder stecken jeweils in irgendeiner haarsträubenden Phase. Dann geht’s rund. Und zwar richtig. ;)

Lächeln und winken: Geschwister-Chroniken: Teil 10

Mehr als die Hälfte dieser doch irgendwie anders verlaufenden Sommerferien sind bereits rum und es geht uns allen gut damit. So gut sogar, dass ich fast verpasst hätte, in der wieder geöffneten Kita Bescheid zu geben, dass der Krümel noch nicht kommt, weil wir unsere gemeinsam Zeit so sehr genießen. Und so ist es wirklich! Wir genießen es und haben uns komplett eingespielt. Klar nerven die Kinder mich trotzdem und es gibt immer mal Streit, ABER vor allem ist es schön! <3

SÖHNCHEN-STATUS:

3 JAHRE, 10 MONATE Weil wir einen neuen Auto-Kindersitz gekauft haben, stand der Krümel dann doch mal wieder auf der Waage. Gerechnet habe ich mit locker 19 Kilo, tatsächlich bringt der kleine Mann es aber nur auf 17,8 Kilo bei einer Länge von ungefähr 103 cm. Zu dünn ist er damit nicht, zu dick auch nicht, sondern genau richtig :D Und vor allem war er bereit dafür, endlich vorwärtsgerichtet Autozufahren. Wir haben uns sehr gut und umfassend beraten lassen und dann den für das Kind und das Auto besten Sitz genommen. So ganz billig wars mal wieder nicht, aber da es so aussieht, als wäre es der letzte Kindersitz, den wir kaufen müssen, haben wir uns mal nicht lumpen lassen. ;) Nun hoffen wir ganz arg, dass die neue Konstellation dazu beitragen wird, dass der Floh nicht mehr ganz so sehr mit Übelkeit zu kämpfen hat, sobald wir länger als 45 Minuten unterwegs sind. Viel Hoffnung wurde uns da zwar nicht gemacht, ABER dennoch schaffen wir jetzt 60 Minuten und das sogar ohne die Akupressur-Armbänder, ohne die wir normalerweise nicht mal um den Block gefahren sind. Wer weiß, vielleicht wird es ja doch etwas besser! Davon abgesehen ist des Krümel Thema gerade das GROß werden. Keine Ahnung, ob es nur am Alter liegt oder daran, dass er ja mitbekommt, wie die große Schwester sich auf den nächsten Schritt – die Einschulung – vorbereitet. Aber auf jeden Fall ist es ihm wichtig, immer wieder zu betonen, dass er ja nun ein großer Junge und schon stark und natürlich auch schnell ist. Ich finde das soooo süß ... doch natürlich stimmt es mich auch ein klitzekleines bisschen wehmütig. Mein BABY will ganz dringend ein richtig großer Junge sein, probiert ganz viel Neues aus, wagt sich über seine eigenen Grenzen – wir waren zum Beispiel zum ersten Mal schwimmen ohne Geschrei – und ist dann stolz wie Bolle auf sich selbst und seinen Mut. Ich denke, es ist ganz normal, dass man als Mama dann daneben steht und auch mal ein kleines Tränchen verdrückt, weil man spürt, wie sich das Kind löst und diese irre innige Beziehung wieder einmal nach mehr „Spiel“ verlangt. Das ist absolut richtig und muss so. ABER ... loslassen ist eben immer auch schwer. <3

TOCHTER-STATUS:

6 JAHRE, 9 MONAT Nur noch wenige Wochen und die Mausemaus ist ein Schulkind. Wir können es alle kaum glauben. Na gut, die Mausemaus schon. Nur der Mann und ich sehen uns manchmal an und schütteln leise den Kopf, weil wir es nicht fassen können, dass dieses kleine Mädchen schon so irre groß geworden ist. Und das ist sie ja wirklich. Ihre Altersgenossen überragt sie aktuell um mindestens einen halben Kopf und sie quatsch alle so dermaßen um den Verstand, dass kaum jemand glauben kann, dass sie nicht einmal sieben ist. Frech ist sie natürlich wie eh und je. Und so krass selbstbewusst, dass ich mega gespannt bin, wie sie auf das Konzept Schule überhaupt reagieren wird. „Erzieh das Kind doch endlich mal“, schrieb letztens jemand auf einem Social Media Kanal unter einen Post, in dem sie mal wieder sehr direkt im Kindermund gekontert hatte. Das hab ich natürlich ignoriert, denn ich bin ziemlich sicher, dass ich meine Kinder recht gut erziehe. Den Mund zu öffnen, sich selbst auszudrücken, auch mit 6 schon eine eigene Meinung zu haben und diese kommunizieren zu können zeigt meines Erachtens keinen Mangel an guter Erziehung, sondern eher die Liebe zur Sprache, einen starken „Rücken“ und vielleicht auch ein bisschen Pipi Langstrumpf-Persönlichkeit. Nichts davon halte ich für falsch oder schlecht. Sofern sie damit niemanden verletzt und ... die Lehrer nicht in den Wahnsinn treibt. Letzteres werden wir eben dann bald wissen. Ich bin sehr gespannt. Und die Mausemaus auch! :D

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Also wenn ich mal ganz ehrlich bin, muss ich sagen, so richtig mega gut geht’s mir im Moment nicht. Körperlich jedenfalls und das schlägt sich ja auch immer auf die Stimmung nieder. Dieses Problem mit dem oberen Halswirbel, dem Atlaswirbel, der ständig rausrutscht bzw. -gleitet, lässt sich leider nicht so einfach beheben, sondern wird mich wohl lange Zeit begleiten; chronisch ist es eigentlich ja schon. Für mich bedeutet das aktuell Physio-Therapie und die Sorge, wie sich das wohl weiterentwickeln wird, wann (nicht ob) ich in der HWS Arthrose bekommen und wie ich damit leben werde. Kacke. Erst einmal wird versucht, den Wirbel etwas zu stabilisieren – der Nacken ist getaped und ich trainiere brav die Muskulatur darunter. Und dann muss man mal weitersehen. Ich habe die Hypermobilität definitiv zu lange ignoriert und klar unterschätzt, welche schädlichen Nebenwirkungen sie haben kann. Naja, hoffen wir das beste und drücken wir die Daumen, dass es nicht schlimmer wird. Davon abgesehen geht’s mir aber gut ;)

Unglaublich: Über die Hälfte der Sommerferien ist schon vorbei und ich habe es kaum mitbekommen. Die Umstellung von Kita-frei wegen Corona auf Ferien war ja nun auch nicht besonders groß. Und der Mann hatte sogar zwei Wochen Urlaub, in denen wir wirklich viel schöne Zeit gemeinsam als Familie verbracht haben. Als mir dann eine Mutter auf dem Spielplatz sagte: „...und ab Montag geht ja dann für die kleinen Flöhe die Kita wieder los!“ bin ich aus allen Wolken gefallen, weil ich es einfach nicht auf dem Schirm hatte, dass drei Wochen bereits verstrichen waren. Ein weiter Grund war und ist aber natürlich, dass ich nicht davon ausging, den Krümel wieder in der Kita eingewöhnen zu können, während die Mausemaus noch Zuhause ist. Wobei er durchaus zwischendurch mal erwähnt hat, doch auch mal wieder dorthin zu wollen. Allerdings nicht ohne seine beste Freundin und die ist noch im Urlaub. Dennoch: Eventuell habe ich mich geirrt und er ist tatsächlich bereit, OHNE seine Schwester in die Betreuung zu gehen. Möglicherweise sogar schon während sie noch frei hat, was mir die Möglichkeit geben würde, noch etwas Zeit mit ihr ganz alleine zu verbringen. DAS fänd ich ja auch mal schön. Ich bin gespannt, ob es dazu kommt.

Der kleine Floh macht echt krasse Fortschritte bzw. Entwicklungsschritte. Im Schwimmbad ist er aus dem Strahlen kaum mehr rausgekommen, weil er wirklich zum ersten Mal in seinem Leben bis zum Hals im Wasser stand und es toll fand. Er trug Schwimmflügel und spielte Ball mit uns, zitterte zeitweise vor Aufregung, war aber vor allen Dingen so mega stolz auf sich selbst, dass er es endlich gewagt hatte, sich von Mamas Arm zu lösen, dass ich vor Liebe fast geheult hätte. Hach, ich liebe ihn so wahnsinnig. Und die Mausemaus auch! SIE verändert sich mit fast noch größeren Schritten als der Kleine – man kann regelrecht zugucken, wie sie mehr und mehr zu der Persönlichkeit heranreift, die sie auszeichnet. Sie benötigt immer noch viel Input und Zuspruch von außen, um sich für etwas zu begeistern und länger an etwas dran zu bleiben, als 5 Minuten (das Söhnchen ist da ja ganz anders und spielt völlig vertieft weit über eine Stunde mit Kleinigkeiten und lebt dann richtig in seiner Phantasiewelt auf), aber vielleicht ist sie auch schlicht nicht der Typ für wilde Gemälde und ewiges Puppenspiel. Zumindest nicht allein. Mit anderen Kindern gemeinsam ist sie eher bereit, sich richtig auf etwas einzulassen und nicht ständig den Blick nach noch interessanteren Spiel-Ideen suchen zu lassen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie die Schule da auf sie wirken und wie sie sich dort einfinden wird.

Das Highlight der Ferien war definitiv für beide Kinder unser recht spontaner Aufenthalt in der Jugendherberge, denn eigentlich hatten wir beschlossen, dieses Jahr Corona-bedingt nirgendwo hinzufahren und so war es eine riesen Überraschung, dass wir DOCH NOCH zwei Nächte woanders geschlafen und ein richtiges Urlaubs-Programm durchgezogen haben. Ich bin froh, dass das noch geklappt hat, denn auch wenn mir so ein „Raus-aus-dem-Alltag“ nicht unbedingt gefehlt hätte ... dem Rest der Familie HÄTTE es gefehlt. Also bin ich dankbar, dass wir wenigstens diese kleine Auszeit genießen durften. Und nächstes Jahr machen wir dann wieder mehr! <3

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