Lächeln und winken
 
Geschwister-Chroniken: Teil 3

Das persönliche „Dream-Team“ von Mama Anke von LÄCHELN UND WINKEN liegt alterstechnisch fast genau drei Jahre auseinander und liebt sich abgöttisch. Also meistens. Außer sie streiten sich gerade. Oder stecken jeweils in irgendeiner haarsträubenden Phase. Dann geht’s rund. Und zwar richtig. ;)

Lächeln und winken: Geschwister-Chroniken: Teil 3

Beide Kinder sind im Prinzip seit Wochen nur noch aufgeregt ... die Mausemaus aber natürlich noch ein bisschen mehr als der Krümel, weil sie zum einen viel besser weiß, was kommt und zum anderen eine deutlich längere Wunschliste hat. Echt unheimlich witzig und spannend zu sehen, wie unterschiedlich die beiden dann doch sind - je älter sie werden, desto deutlicher sieht man es. Und doch ergänzen sie sich perfekt. <3

SÖHNCHEN-STATUS:

Körper: 3 JAHRE 3 MONATE Ich habe den Krümel nicht gewogen, aber ich glaube, er hat etwas abgenommen. Fast eine ganze Woche war er richtig krank mit einem Virus-Infekt aus der Kita, mit hohem Fieber und null Appetit – da verlieren die kleinen Körperchen ja schnell an Gewicht. Erst recht, wenn die Liebe zum Essen sich eh auf Schokolade beschränkt. Tja, die Herbst-/Winter-Zeit im ersten Kita-Jahr macht echt Freude – ich hatte es fast verdrängt, weil ich mich ein bisschen zu der Hoffnung habe hinreißen lassen, dass des Krümels Immunsystem durch die große Schwester besser vorbereitet wäre. Dem ist aber wohl nicht so. Während die Tochter mit demselben Infekt nur drei Tage hustet, liegt das Söhnchen deutlich länger und mit Fieber flach. Naja, wir werden es überstehen. Müssen wir ja ;) Können/Verhalten: Aktuell bewegt er sich offenbar zwischen zwei Entwicklungsschritten – zumindest habe ich das Gefühl. Er ist super, super kuschelig, kann ohne meine Nähe gar nicht schlafen, möchte immer Baby spielen und von mir getragen werden. Und gleichzeitig geht er im wahrsten Sinne des Wortes immer öfter von mir weg. Zum Beispiel auf Kindergeburtstagen. Noch vor wenigen Wochen hätte er nur auf meinem Schoß gesessen und sich maximal an meiner Hand unter vielen fremden Kindern bewegt. Nun jedoch zockelt er einfach mit seiner Schwester los, spielt und tanzt sogar in größeren Gruppen. Hach, mein kleiner Floh wird groß!  

TOCHTER-STATUS:

Körper: 6 JAHRE 2 MONAT „Dürre Hippe“ nannte man mich als Kind oft und ich finde, mein Töchterchen eifert mir da sehr nach. Sie ist eine kleine, drahtige, wilde Maus, bei der ich mich oft frage, wo sie bloß diese schier endlose Power hernimmt. Und sie ist so groß, dass mir kaum noch jemand glaubt, wenn ich sage, dass sie erst im Sommer in die Schule kommt, weil sie gerade erst 6 geworden ist. Meine kleine Pippi Langstrumpf! :D Können/Verhalten: Jetzt endlich hat mein Töchterlein Bock auf Schule! Vor einem Jahr war das für sie noch gar kein Thema, vor ein paar Wochen hat sie der Leiterin ihrer zukünftigen Grundschule noch erklärt, dass sie keine Lust hat, lange rumzusitzen und was zu lernen. Und jetzt erzählt sie plötzlich täglich, dass sie sich so sehr auf die Schule im Sommer freut; sie möchte lesen und rechnen und alles lernen, was es gibt. Es ist echt unglaublich, wie Kinder „funktionieren“ – dass sie von einem auf den anderen Tag einen riesen Entwicklungssprung machen, alles anders sehen oder von 0 auf 100 bereit für etwas Neues sind. Ganz arg faszinierend. <3 Davon abgesehen steckt die Tochter wirklich bis zum Hals in der Wackelzahnpubertät. Sie ist wie ein Miniatur-Punk – schlicht gegen alles und emotional wie eine Bombe, die jederzeit in die Luft gehen kann. In Absprache mit den Erzieherinnen in der Kita, versuche ich aktuell, ihr klarere Grenzen zu setzen, konsequenter zu sein und auch strenger, weil sie offenbar einen etwas engeren Rahmen braucht. Mal schauen, wie gut ich das mache, ob es ihr hilft oder nicht, und wie es weiter geht. Anstrengend ist diese Phase jedenfalls für uns beide.

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Ich weiß gar nicht, ob ich schon jemals so wenig in Weihnachtsstimmung war, wie in diesem Jahr. Wahrscheinlich schon und ich kann mich nur nicht erinnern ;) Ich schäme mich schon fast ein bisschen deswegen, weil man als Mama doch auf jeden Fall Bock auf Weihnachten haben sollte, oder? Für die Kinder! Weil die sich sooo sehr darauf freuen. Naja, irgendwie hat‘s noch nicht klick gemacht bei mir (und jetzt wirds langsam was knapp ;) ), obwohl ich gefühlt ständig auf dem Weihnachtsmarkt gestanden, mit der Mausemaus über Wünsche gesprochen und Geschenke eingepackt habe. Vielleicht ist es mir dieses Jahr alles zu viel – ach, ich weiß es nicht. Macht aber nichts, denn für die Kinder ist es ja trotzdem schön und das ist das Wichtigste! <3 Mein persönliches Highlight diesen Monat war, dass ich es endlich mal zum Optiker geschafft habe und die Dame mir bestätigt hat, dass meine Augen leider nachgelassen haben und ich eine Brille brauche. Ich ahnte es ... seit Monaten, da ich die Kinder nicht mehr scharf sehen kann, wenn ich sie auf dem Arm habe. Tja, Mutti wird alt :D

Was ich richtig, richtig gut finde, ist, dass die Kita-Eingewöhnung im Grunde abgeschlossen ist ... also zumindest, wenn es um die drei Stunden geht. Bis 12 Uhr bleibt der kleine Floh nun wirklich problemlos in der Betreuung, nimmt mir aber jeden Morgen als erstes das Versprechen ab, dass ich auch ganz sicher in der Garderobe auf ihn warte, wenn er von draußen reinkommt. Er will auf gar keinen Fall in der Kita essen oder auch nur länger dortbleiben. Ich bin echt froh und dankbar, dass ich ihn da auch nicht unter Druck setzen muss und es mir leisten kann, ihn schon mittags wieder einzusammeln. Dennoch werde ich es im neuen Jahr versuchen, die Zeitspanne wenigstens ein kleines bisschen zu verlängern, da er eigentlich keinen Mittagsschlaf mehr braucht und ich am liebsten beide Kinder gleichzeitig abholen würde. Die Tochter braucht aber ein bisschen mehr „Bespaßung“ als nur bis 12 Uhr – vielleicht finden wir eine Kompromiss-Lösung, mit der wir alle dann glücklich sind.

Die beiden ticken, was ihr Bedürfnis an Aktion angeht, ziemlich unterschiedlich. Während es der Mausemaus nicht wild und aufregend genug sein kann, möchte der Krümel oft einfach nur zuhause bleiben, mit der Mama auf der Couch sitzen und lesen. Aber: Trotz 6-7 Stunden Kita ist die erste Frage der Tochter wirklich JEDEN TAG: „Mit wem sind wir verabredet? Was machen wir noch?“ D.h. ich muss täglich die Entscheidung treffen, es einem Kind NICHT recht zu machen. Tja, der Klassiker, wenn es mehr als ein Mäuschen ist und die Bedürfnisse eben auseinander gehen. Auch das ist einer der Gründe, warum ich dem Krümel immer noch den Mittagsschlaf gönne, obwohl mir jeder sagt, dass Kinder über drei Jahre das nicht mehr brauchen. Ohne das Nickerchen sind seine Akkus schlicht zu früh leer, um mit der großen Schwester mithalten zu können. Der arme Floh! :D

Ich finde aber, wir machen das ganz gut. Wir haben nicht jeden Tag Programm, sondern eben abwechselnd, so dass beide Kinder auf ihre Kosten kommen. Im Winter finde ich das übrigens noch viel schwerer als im Sommer, weil wir nicht so oft auf Spielplätze gehen, eher Indoor-Verabredungen treffen und die Mausemaus da aber trotzdem noch total hochdreht. Ich vermute aber, dass wird sich spätestens mit der Einschulung einpendeln, weil sie sich dann auch auf anderen Ebenen auspowern kann.

Ganz arg Zucker finde ich es, dass sich beim Krümelchen jetzt langsam erste echte Freundschaften entwickeln. Er hat zum Beispiel eine Freundin in der Kita, die genauso alt ist wie er und die er absolut abgöttisch liebt. Er versucht ständig, ihre Hand zu nehmen und fragt mich wirklich super oft, wann sie ihn nochmal zuhause besuchen kommt. Hach, da geht mir echt das Herz auf. Und ich bin super gespannt, wie eng diese Freundschaft werden wird und ob sie genauso haltbar ist, wie die erste Liebe der Großen, die auch die Einschulung des Verlobten überdauert hat. Auf jeden Fall ist es JETZT gerade total süß und ich habe schon ca. 5.000 Fotos von den beiden. Man weiß ja nie ... vielleicht brauche ich die mal für eine Hochzeit ;)

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