Lächeln und winken
 
Geschwister-Chroniken: Teil 7

Das persönliche „Dream-Team“ von Mama Anke von LÄCHELN UND WINKEN liegt alterstechnisch fast genau drei Jahre auseinander und liebt sich abgöttisch. Also meistens. Außer sie streiten sich gerade. Oder stecken jeweils in irgendeiner haarsträubenden Phase. Dann geht’s rund. Und zwar richtig. ;)

Lächeln und winken: Geschwister-Chroniken: Teil 7

Eines der Kinder vermisst die Kita ganz doll und zerrt deshalb mittlerweile ganz gehörig an Muttis Nerven. Das andere Kind vermisst die Kita absolut null, zerrt aber trotzdem an Muttis Nerven. Es ist so schön, wenn Geschwister eine Einheit bilden und gemeinsam an einem Strang ziehen. SO! SCHÖN!!! ;)

SÖHNCHEN-STATUS:

3 JAHRE 7 MONATE Wir arbeiten gerade an zwei Baustellen, die ich eigentlich lieber trennen wollte, um das Söhnchen nicht zu überfordern: Nuckie und Windeln loswerden. Gleichzeitig packen wir es nun an, weil der kleine Floh es möchte. Immer öfter sagt er von sich aus, dass er den „Nulli“ gar nicht mehr so oft braucht und legt ihn weg. Zeitweise bleibt das gute Stück sogar den ganzen Tag im Bett bzw. ist in meiner Hosentasche nur für den Notfall dabei. Wahrscheinlich könnte und sollte ich die Schnullerfee einfach anrücken lassen und die Nummer durchziehen, aber ich habe wie gesagt etwas Sorge, ihm jetzt – in dieser verrückten Zeit – etwas zu nehmen, dass er vielleicht doch noch braucht. Bei der Windel ziehe ich etwas beherzter am sprichwörtlichen gemeinsamen Strang, denn ganz ehrlich: Ich kann mir so langsam ein Leben ohne vollgeschissene Windeln sehr gut vorstellen. Ich meine, der kleine Mann ist nun 3,5 Jahre alt und was da rauskommt, muss ich wirklich nicht mehr so direkt miterleben. ;) Aber wo es mit dem Pipi schon überraschend gut klappt (sogar nachts), hakt es eben doch noch etwas mit dem Pupu. Zum Teil macht er einfach gar nicht ... über Tage ... weil er keine Windel mehr anziehen, das große Geschäft aber auch nicht auf dem Klo erledigen will. Naja, wir schaffen das schon noch – ich gebe die Hoffnung nicht auf! Zumindest nicht in Sachen trocken werden. Was die Rückkehr in die Kita allerdings angeht, sehe ich schwarz. Nicht, dass ich erwarte, mich in sehr naher Zukunft mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen (ich persönlich rechne aktuell nicht vor August damit, den Krümel wieder in die Betreuung geben zu können), aber WENN sich die Türen wieder öffnen, wird ER absolut nicht begeistert davon sein. Denn ER vermisst die Kita null. Maximal 1-3 Freunde, aber selbst das ist für ihn zu verschmerzen, wenn er dafür nicht in die Kita muss. Er liebt es, dass wir alle zusammen zuhause sind und er im Prinzip 24/7 Zugriff auf all seine Lieblingsmenschen hat. Mehr braucht er nicht und mehr will er auch nicht. Ich befürchte daher, dass wir eine komplette neue Eingewöhnung vor der Brust haben und wenn ich ganz ehrlich bin: Darauf habe ICH eigentlich null Bock! :D

TOCHTER-STATUS:

6 JAHRE 6 MONAT Die Mausemaus und ihr Bruder haben schon sehr viel gemeinsam, aber eben nicht alles. Während der kleine Floh die Corona-bedingte Situation eigentlich genießt, leidet die Tochter zunehmend. Sie ist unausgeglichen, hibbelig, schnell frustriert und platzt fast vor Energie, die sie nirgendwo richtig rauslassen kann. Natürlich bewegen wir uns jeden Tag draußen, aber es ist überall voll und ich muss immer irgendwohin fahren. Das geht eben nicht die ganze Zeit. Für sie müsste es aber mehr sein. Auch mehr Input! Der Austausch mit anderen Kindern, das gemeinsame Spielen, ja, sogar das Streiten mit Gleichaltrigen fehlt ihr immer spürbarer. DAFÜR jedoch hält sie sich echt tapfer. Sie ist halt wirklich schon ein großes Mädchen. <3 Sie denkt sehr viel darüber nach, was sie für andere machen könnte. Zum Beispiel malt sie Bilder für die Nachbarn und trägt sie dann durchs Haus. Natürlich genießt sie es wie Bolle, wenn sie dann dafür gelobt wird, weil ihr eben auch dieser Zuspruch von „Außenstehenden“ fehlt, aber ich glaube, ihr Hauptantrieb ist es tatsächlich, anderen ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und das schafft sie. Auch bei mir – jeden Tag. ALLERDINGS bringt sie mich auch echt an den Rand des Wahnsinns, weil ihre Liebe zu subtilen Hinweisen (nervt fast gar nicht!) sowie ihr Dickkopf und das damit verbundene Gefühl, es besser zu wissen als Mama oder Papa, stetig wächst. So gut wie täglich erinnere ich die kleine Madam daran, dass ICH hier die Mutti bin. „Ach so ... ja ... vergessen“, kommt dann aus dem zu einem zuckersüßen Lächeln verzogenen Mund und das Kind macht auf dem Absatz kehrt und spielt weiter, als wäre nichts gewesen. Bei aller Liebe: Ich vermisse die Kita. ICH VERMISSE DIE KITA ECHT! :D

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Boah, ich bin so müde. SOOOO müde! Und dass fast die ganze Zeit. Na gut, morgens nach dem ersten Kaffee geht’s ganz gut, aber spätestens nach dem Mittagessen könnte ich im Stehen an der Wand pennen. Ich habe keine Ahnung, ob es nur daran liegt, dass ich abends wieder viel zu lange am Handy hängenbleibe, weil ich es einfach so sehr genieße, endlich ein bisschen Ruhe für mich zu haben ODER vielleicht auch daran, dass es Frühling ist und mich die zu dieser Jahreszeit passende Müdigkeit am Schlafittchen gepackt hat. Höchstwahrscheinlich ist es eine Kombination ... und ich muss damit leben ;) Positiv bewerte ich, dass sich meine Corona-Kilos noch einigermaßen in Grenzen halten. Oder besser gesagt WIEDER, denn nachdem ich mich die ersten vier Wochen kaum noch ernsthaft bewegt habe, wurden die Jeans schon etwas enger. Seit ich aber das Lastenrad entstaubt habe und wieder regelmäßig radle, atmen die bis dato doch sehr angespannt wirkenden Hosen auf. Ich kann es ja ehrlich null leiden, wenn es so sichtbar wird, dass SPORT (egal in welcher Form) doch nicht die allerschlechteste Idee ist, wenn man sich (wie ich ) nicht von den Chips und der Schokolade als Nervennahrung fern halten kann. Naja, vielleicht ist es doch Zufall und es besteht kein echter Zusammenhang – wäre mir viel lieber. ;)

Wenn ich die beiden Wochen vor dem Shutdown mitzähle, in denen wir ja wegen Husten auch schon zu Hause geblieben sind, haben wir jetzt schon 8 Wochen „inniger Gemeinsamkeit“ auf dem Buckel. Und wenn ich bedenke, wie stressig ich die ersten davon empfunden habe, muss ich sagen: Die letzten vier Wochen waren eigentlich ganz ok. Wir haben uns eingegrooved, einen „Corona-Rhythmus“ gefunden und kommen damit den Umständen entsprechend gut klar. Die Kinder schlafen kaum länger, als in unserem normalen Alltag. Der Krümel steht um 7 Uhr auf, wenn ich EIGENTLICH alleine duschen gehen will – Kinder riechen das echt! – und döst dann auf der Badematte liegend noch etwas weiter. Und da er ja, bis auf seltene Ausnahmen, auch keinen Mittagsschlaf mehr macht, habe ich ihn abends gegen 20 Uhr einigermaßen zuverlässig im Bett. Die Mausemaus schläft schon etwas länger, manchmal sogar bis 8:30 Uhr und ist dann dafür abends länger wach, was aber ok ist, weil sie in ihrem Bett noch Hörspiele hört, wir aber trotzdem schon „Feierabend“ haben. NATÜRLICH steht sie sehr gerne zwischendurch mal plötzlich im Wohnzimmer oder vor der Badezimmertür, wenn man nichtsahnend vom Klo kommt, und verkündet, sie könne nicht schlafen weil ... ihr zu warm, zu kalt, zu komisch, zu durstig, zu unkuschelig, zu irgendwas ist. ;) Der Klassiker halt. So haben wir das als Kinder ja auch gemacht! Normal. Schwierig macht es nur das gemeinsame Einschlafen am Wochenende in unserem Bett, denn DAS gehört für sie eigentlich immer noch dazu. Nur empfinde ich es als super anstrengend, wenn der Krümel schon eingepennt ist, die Mausemaus aber neben mir noch 1,5 Stunden rumwurschtelt, seufzt, mit den Füßen unter der Decke reibt oder einfach mal aus dem Nichts einen halben Roman erzählt. ICH möchte ja auch irgendwann Ruhe haben. Daher ... verschweige ich im Moment manchmal, dass Wochenende ist. Ich schäme mich ein bisschen dafür, aber da hier jeder Tag so gut wie gleich abläuft und sie den Unterschied dann nicht bemerkt, lasse ich dieses Wochenend-Highlight hin und wieder unbemerkt ausfallen, um mir früher Ruhe zu können. Bäh, ich bin so gemein!

Ganz fantastisch finde ich es hingegen, dass die Kids so wundervoll zusammen spielen. Ich bin SO unbeschreiblich dankbar dafür, dass die beiden ein echtes Dream-Team sind und an guten Tagen wirklich stundenlang zusammen stecken und wirklich miteinander spielen, dass mir dafür die Worte fehlen. Klar, es gibt auch viel Streit und Tränen hier. Und Tage, an denen sie einfach ganz unterschiedliche Dinge machen wollen, aber die Zeiten, in denen es funktioniert, überwiegen Gottseidank. Besonders hoch im Kurs steht für sie, Höhlen oder Geheimverstecke zu bauen – auf der Couch, dem Hochbett, der Nestschaukel oder unter dem Tisch – und in denen dann Abenteuer zu erleben. Ich könnte sie dafür abknutschen. Wenn sie JETZT auch noch aufräumen würden, wenn sie keine Lust mehr haben, boah, dann ... DANN ... würde ich wohl in Utopia leben! ;)

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