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Geschwisterschultüte: Ja Oder Nein?

Kurz vor der Einschulung meiner großen Tochter wurde ich das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir darüber nie Gedanken gemacht, bzw. war mir bis dahin noch nicht einmal klar, dass so etwas existiert.

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Jetzt denkst du bestimmt, an denen kommt man doch gar nicht vorbei, die stehen doch auch jedes Jahr kurz vor dem Beginn eines neuen Schuljahres in jedem Schreibwarengeschäft.

Da hast du Recht, aber ich dachte immer, die schenkt man, wenn jemand eine Ausbildung oder Weiterbildung beginnt- als nette, kleine Geste um viel Glück zu wünschen. Mal wieder: Schande auf mein Haupt.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich selbst als Einzelkind aufgewachsen bin und somit nie in den Genuss einer Geschwisterschultüte kam. Vielleicht gab es aber diese kleinen Schultüten zu meiner Kindheit einfach auch nicht. Ich habe meine Mutter gefragt und auch sie kann sich nicht erinnern, dass es in meiner Kindheit Geschwisterschultüten gab.

Grund genug für mich, mich mal im Netz über diesen Brauch zu informieren. Leider ergebnislos. Über die Geschichte der Schultüte, oder auch von vielen Zuckertüte genannt, findet man so einiges an Informationen. Aber über die Geschwisterschultüte leider nicht.

Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftigte, sagte mir mein Bauchgefühl: Nein! Es gibt keine kleine Tüte für meine kleine Tochter. 
Ich sah keinen Sinn darin, im Gegenteil, je mehr ich darüber nachdachte, kam es mir sogar eher negativ vor.

Das Schulkind als Hauptperson
Das neue Schulkind, also meine große Tochter hatte hier ihren besonderen Tag. Sie sollte die Hauptperson sein und somit stand auch ihr das Privileg einer Schultüte zu. 
Meine kleine Tochter würde ja zwei Jahre später ihren ganz eigenen Tag hierfür haben und natürlich dann auch ihre eigene Schultüte bekommen. An dem Tag der Einschulung von meiner kleinen Tochter würde dann meine große Tochter auch keine Geschwisterschultüte bekommen.

Lerneffekt
Meine Kinder sollen lernen, dass sie nicht immer alles haben können, was andere haben oder besitzen, und dass das auch oft nicht erstrebenswert ist.  Auch das Wort „Neid“ fiel mir in diesem Zusammenhang ein. Aber auch Neid will erlernt werden. Auch mit diesem Gefühl muss man lernen umgehen zu können. Neid ist erstmal ein schlechtes Gefühl, wenn man aber gelernt hat mit diesem Gefühl umzugehen, kann man lernen, dem anderen etwas zu gönnen und sich gemeinsam mit ihm darüber zu freuen.

Genauso bin ich selbst strikt dagegen, dass meine Kinder am Geburtstag des jeweils anderen auch ein Geschenk bekommen, damit sie sich vielleicht nicht benachteiligt fühlen.

Die Theorie und Praxis liegen weit auseinander

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