Fips & ich
 
Hallo, Tagesmama! Bye-Bye, schlechtes Gewissen!

„Ist es nicht noch viel zu früüüüh?“ – Nope: Dieser Beitrag geht raus an alle Mamas, die sich nach einem Jahr Elternzeit (oder auch weniger) anhören müssen: „Waaaas? Du gibst dein Kind weg?“ Denn bei uns heißt es ab sofort hallo, Tagesmama… und hallo, Freundin Freiheit. Und habe ich ein schlechtes Gewissen? Überhaupt nicht. Und ich erzähle euch auch gern, warum (nicht).

Der kleine Brandenburger, Tagesmutter
iStock, AleksandarNakic

Ich atme tief ein. Frische Luft strömt in meine Lungen, sonnenwarm mit einem goldleichten Hauch von Herbst. Vor mir auf dem Tisch steht ein Glas Kakao. Ich atme aus. Trinke einen Schluck heiße Schokolade und schließe die Augen. Ruhe. Ruhe! Ruhe: Keine Händchen, die sich in meine Hose krallen und mir selbige beim Versuch aufzustehen Richtung Kniekehle zerren. Keine Händchen, die nach dem Glas grabschen. Keine Händchen, die anschließend die Schokoflecken an meinem Shirt abschmieren. Nur ich. Ich. Ich. ICH.

HALLO, EGO!

Lange war es auf dem Blog still, denn ich hatte mit unserem Umzug und vor allem mit Fips alle Hände voll zu tun (manchmal mehr als die zwei, die ich mein Eigen nenne). Die letzten Monate waren unglaublich voll (und auch leer zugleich, aber über die berühmte Babyblase werde ich noch schreiben).
Dabei habe ich ja „nicht mal“ ein Schreibaby und auch das gerade so beliebte Highneed-Exemplar ist es nicht, sondern eher das Modell „Einsteiger“. Aber der Einsteiger ist auch ein Draufsteiger. Ein Drunterkrabbler und Rumtreiber, ein Reinkriecher und Drübermacher, ein Neugiernaseweis und Mamabeinschnapper, ein Ungeduldrabatzer und Allesprobierer – kurz: ein supermobiles Vollkontaktbaby.
Man stelle sich nur vor, neben diesem Raufreindrüberdrunterklettermax mit ausgeprägter Rumwühlvorliebe einen einzigen Umzugskarton zu packen! Oder ein Essen zu kochen. Oder sich für eine halbe Stunde zum Tippen an den Rechner zu setzen. Hm ja. Aber! Diese Zeiten sind vorbei!

HALLO, DÉJÀ-VU!

Denn heute, am dritten Tag der Eingewöhnung, wurde ich von unserer wunderbaren Tagesmutter einfach schon mal nach zehn Minuten vor die Tür geschickt: „Tschüß, Mausebär. Bis später!“

Zack, Tür zu. Das war’s. Kein Heulen und kein Zähneklappern, sondern nach einer Viertelstunde das erste Beweisbild eines happy spielenden Kindes per WhatsApp. Das ich mir anschaue, während ich meine Milchschokolade schlürfe (dafür sitze ich übrigens im selben Café, in dem der Fipspapa und ich vor anderthalb Jahren mit dem ersten Ultraschallbild in der Hand und Fips‘ ersten Herzschlägen im Ohr saßen, aufregt und so-so glücklich).

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