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Heute bin ich mir nicht genug: Vom hohen Anspruch einer Mutter

Ich fühle mich heute als Mutter nicht genug. Nicht geduldig genug. Nicht liebevoll genug. Nicht gut genug. Nicht phantasievoll genug. Nicht einfühlsam genug. Nicht Waldorf genug. Nicht Montessori genug. Nicht bindungsorientiert genug. Nicht Weltfrieden genug.

Blog doppelkinder Nicht gut genug
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 Ich find’s selbst fast bescheuert, denn es gab „nur“ zwei Situationen, die mies gelaufen sind, und die versalzen mir die Suppe des Tages, einer Suppe, die ansonsten mit vielen lustigen und liebevollen Momenten gewürzt war.

Das Kind hatte andere Pläne
Ich wollte Pepe heute Morgen anziehen. Doch das Kind hatte andere Pläne. Es wollte vom Wickeltisch aus dem Fenster schauen, es wollte Wattestäbchen ausräumen, es wollte Bücher anschauen, es wollte Desinfektionsmittel aufschrauben, es wollte Creme essen. Also verwandelte sich der Zwillbo angesichts unseres Interessenkonflikts in zwölf Kilo Supermasse [eine physikalische Eigenschaft der Materie, die nur bei widerborstigen Kleinkindern vorkommt]. Ich glaube, ein Alligator ist nicht zwangsläufig einfacher zu entkleiden und zu wickeln. Ich denke, es gibt darüber lediglich noch keine Erkenntnisse, weil Alligatoren für gewöhnlich nicht gewickelt und angekleidet werden.

Es war wirklich kein schöner Moment. Wir waren beide unfassbar aufgebracht. Ich war irgendwie komplett hilflos. Ich wollte doch zugewandt sein und mit meiner liebevollen Art das Kind zur Kooperation bringen. Haha. Und der nächste Friedensnobelpreis geht an Donald Trump. Ich war so wütend. Da hab ich ihn hoch genommen und auf die Matratze auf dem Fußboden gesetzt. Zu unsanft, wie ich finde. Natürlich hat Pepe weiter gebrüllt, ganz offenbar fand er mich in dem Moment genauso bescheuert wie ich ihn.

Ich habe es nicht geschafft
Schon im gleichen Moment hätte ich mich für diese Aktion ohrfeigen können.

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