mum & still me
 
Ich bin eine Mama. Und ich bin immernoch ich.

Ich will euch schreiben, wie es mir ging, als da plötzlich dieses wunderbare kleine Menschlein in meine Arme gelegt wurde und wie schwer es mir anfangs fiel, in der neuen Rolle Mama anzukommen.

mum & still me: Ich bin eine Mama. Und ich bin immernoch ich.

Nach einer wunderbaren, rundum entspannten Schwangerschaft kam alles plötzlich ganz anders als gedacht. Ganz bewusst hatten wir uns für eine Geburt zu Hause entschieden. Der Kleine war während der ganzen Schwangerschaft gesund und munter, so dass aus medizinischer Sicht nichts dagegen sprach. Begleitet wurde ich schon im Vorfeld von der liebevollen Hausgeburtshebamme Melanie Bredow. Für mich war klar: sollte es nur den geringsten Zweifel geben oder irgendwas nicht ganz so gut laufen, wie gedacht, dann steht der Umzug ins Krankenhaus an. So kam es dann auch, noch bevor die Geburt in vollem Gange war. Die Herztönchen waren ein bisschen zu schwach, um zuhause zu bleiben.

Im Krankenhaus sah es dann zuerst danach aus, als ob alles schnell gehen würde. Kaum angekommen ging es in die Vollen. Aber aus “er ist bestimmt in den nächsten zwei Stunden spätestens da” wurden dann doch fünf unfassbar anstrengende Stunden. Ich war am Ende meiner Kräfte und die diensthabende Ärztin sah schließlich nur den Ausweg: Kaiserschnitt. So erschöpft wie ich war, hat mich das zu dem Zeitpunkt nicht einmal groß gestört.

Kurz darauf war er da.

Dieses erste Schreien, das etwas tief in mir aufgewirbelt hat und eine Welle nie dagewesener Emotionen losgelöst hat.

Es war ein kurzer Glückmoment, dann wurde er nebenan ins Behandlungszimmer getragen. Es ging so schnell, dass ich mich heute nicht mehr daran erinnern kann, wie er aussah, als sie ihn mir zum allerersten Mal gezeigt haben. Flüssigkeit in der Lunge, das Fruchtwasser musste abgesaugt werden. Auf dem OP Tisch betäubt liegend hörte ich ihn schreien, schimpfen, husten und brüllen – und ich konnte nicht zu ihm. Schießlich endlich die Erleichterung: dem Kindchen geht es gut. Er wurde mir nach etwa einer Stunde gebracht und wir beide konnten erst einmal die nächsten zwei Tage ausruhen und uns beschnuppern.

Und dann auch noch das: Infektionswerte im Blut des Kleinen, ab auf die Neugeborenenintensivstation, dort fünf Tage Aufenthalt.

Letzten Endes durften wir nach insgesamt einer Woche nach Hause. Endlich.

Ich weiß nicht warum es mir dann so schwer fiel, endlich das Wochenbett zuzulassen. Meine Hebammen Melanie und später dann ihre Urlaubsvertretung Sissi Rasche (auch so eine tolle Frau!) versuchten ihr Bestes, mich zum Ausruhen, Kuscheln und Liegen zu bewegen. Ich konnte nicht. Ich musste was machen. Ich hatte Hummeln im Hintern.

Und so glücklich ich mit dem Kleinen war – dieses unfassbare, große und nie vorher dagewesene Glück über dieses kleine Muckelchen, das zufriedene Schnaufen, die winzigen Fäustchen, den Duft des Köpfchens und die innigen Momente – ich vermisste trotzdem ganz extrem meine Freiheit und meinen Schlaf. Und fühlte mich schlecht dafür.

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