LÄCHELN UND WINKEN
 
Ist doch (Gender-)egal

Meine dreieinhalbjährige Tochter will, dass ich ihr eine Autowerkstatt ins Wohnzimmer baue – mit Hebebühne und „Loch im Boden“, damit man da auch richtig arbeiten kann.

Blog Lächeln und Winken, Gender-egal
Lächeln und winken

Auf unserem Balkon lagert sie so viele Stöcke und Steine, dass ich (wenn ich noch ein paar angelutschte Hirsekringel des kleinen Bruders als Zement-Ersatz dazu nehmen würde) geradezu augenblicklich ein Natursteinhaus mit Holzdach aus dem Boden stampfen könnte. Von der Schnullerfee wünschte sie sich ein Flugzeug, vom Nikolaus ein Feuerwehrauto und wenn sie mit ihren Freundinnen und Freunden draußen unterwegs ist, werden mit Ästen blutige Schwertkämpfe nachgestellt und Bäume verdroschen (das hab ich ja nicht so gern) – wobei die Mädels den Jungs dann WIRKLICH in Sachen Aggression und Schlagkraft in nichts nachstehen. Sie ist selbstbewusster als mir manchmal lieb ist (ICH hab hier das sagen ... Manno!), den Großteil des Tages ungefähr so laut wie ein Presslufthammer und so frech, dass ich manchmal überlege, sie zum „Abkühlen“ einfach mit einem Seil unter die Zimmerdecke zu surren. DAS alles erlebe natürlich nicht nur ich mit ihr, sondern auch die anderen Mütter, mit denen wir zusammentreffen – zum Beispiel auf dem Spielplatz. Und jene, deren kleiner Fratz ein Junge ist, verkünden mir dann schrecklich gern: „Warte mal ab, bis dein SOHN etwas größer ist. Du wirst sehen: Jungs sind ein ganz andere Nummer als Mädchen. Nicht so zart ... sondern wild, laut und vor allem wollen die halt NUR mit Jungssachen und nicht mit Puppen spielen.“ Dann schaue ich mir meine beiden Monster an: das mal wieder rumwütende MÄDCHEN, das kurz davor ist, einen 6jährigen, fremden Jungen mit einer Schaufel anzugreifen, weil der SEINEN Fußball nicht an sie abgegeben will (wir arbeiten an diesem Höflichkeits-Ding ;) ) und den kleinen JUNGEN, der seelenruhig auf unserer Decke sitzt und verträumt ein rosa Förmchen der großen Schwester ablutscht und denke: „Öhm, WHAT?“

Jetzt hier weiterlesen