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Fips & ich Ist es das wert…? Eine Playlist

kleinebrandenburger, ist es das wert
© Wavebreakmedia / iStock
Heute ist kein guter Tag. Mir geht’s nicht gut. Die Hausbaustelle kostet mit immer neuer Ungewissheit, mit immer neuem nicht-jetzt-aber-bald-vielleicht die letzten Reste an Kraft, die die letzten Monate noch nicht aufgezehrt haben. Siebenundzwanzig Grad bis nach Mitternacht in der engen Dachwohnung. Keine Luft zum Atmen.

Auf dem Weg zum Esstisch stößt man sich die Knie blau am Laufstall, auf dem Weg zum Wickeltisch stolpert man sich die Zehen blutig am Bettpfosten.
Immerhin: Fips wächst und gedeiht – aber zur in Mamas Nähe. Nicht telefonieren, nicht weggehen, nicht putzen, nicht haushalten, nicht essen und manchmal nicht mal trinken geht. Muss aber gehen. Und geht auch, irgendwie, verdammt.
Aber die Reserven schwinden. Scheinen bereits gänzlich leer an manchen Tagen. Heute sind sie leer. Ich bin müde. Mein Rücken ist müde vom ständigen Hopse-Hopse eines 10-Kilo-Energiebündels, vom nächtelangen Stillen in Seitenlage, vom fehlenden Sofa. Mein Kopf ist müde. Leere wünsche ich mir. Ruhe. Zeit, um MICH mal wieder zu bündeln, um Luft zu holen, um die verdammt benötigte Kraft zu finden, um einfach weiterzumachen, bis wenigstens die Wohnsituation endlich geklärt ist.

Denn Ausrasten ist keine Option. Ausrasten hilft ja nicht. Nur Durchhalten hilft.

Irgendwie stehle ich mir eine Abendstunde. Fips schläft, endlich. Und hoffentlich bleibt es so, denn ich muss dringend zurück zu mir. Mit schlechtem Gewissen und Kopfhörern verstecke ich mich in der einzigen Ecke, die noch nicht mit Umzugskartons blockiert ist und in der man sich auch sofalos halbwegs ausstrecken kann. Ich öffne Spotify und beginne mit Disturbed, Down With The Sickness. Schmerzgrenzlaut fetzt es durch mein Hirn, mein Herz. Dann Motörhead, The Game. Limp Bizkit, Break Stuff. Langsam atme ich auf. Danko Jones, Code Of The Road. Take Me Home (To Where My Records Are).

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