Emil & Ida
 
It was a hard way, but we got there

Am Gardasee ist es schrecklich heiß. Unter dem Dach des Busses, dort wo die Kinder schlafen, fühlt es sich an wie in einem Backofen. Wer zur Hölle hat uns einen Bus ohne Klimaanlage verkauft?

Emil & Ida:  It was a hard way, but we got there
Miriam Burdelski
Emil & Ida:  It was a hard way, but we got there
miriamboettner.com

Wir sind schon im Besitz von drei Ventilatoren. Sie laufen den ganzen Tag, aber sie wälzen die heiße Luft nur um. Die Kinder sind erstaunlich anpassungsfähig. Sie laufen den ganzen Tag draussen herum, sammeln Steine und fangen winzige kleine Fische mit dem Kescher. Mich wundert es wie geschickt Emil sich auf die Lauer legt. Am Anfang hatte ich nicht viel Hoffnung dass er überhaupt irgendetwas fängt. Ida bewacht die Fische im Eimer. Sie kümmert sich. Immer. Um alles. Sie baut aus Steinen eine Hölle. Sie fragt, was die Fische essen mögen. Manchmal sieht sie hinein und sagt: “Dieser ist traurig.“ Dann lässt sie ihn wieder frei.

Emil & Ida:  It was a hard way, but we got there
miriamboettner.com

Wir fahren mit dem Fahrrad nach Sirmione, eine alte Burg am Wasser. Ich war als Kind schon oft hier. Aber es ist schrecklich voll, überall drängen sich die Menschen. Es ist siebzehn Uhr und stechend heiß. Ida ist auf dem Fahrradsitz eingeschlafen. Wir versuchen sie mit einem Tuch zu schützen aber es ist wirklich unerträglch. Emil schlägt sich wacker und radelt so schnell dass ihn wenigstens der Fahrtwind etwas abkühlt.

Ich verbringe ganze Tage nur im Bikini. Ich wasche im Bikini ab, ich koche im Bikini, ich hatte vergessen, wie frei sich das anfühlt. Aber auch, wie unerträglich es einem erscheint schon ein T-Shirt überzuziehen. Es sind 36 Grad im Schatten. Die Ventilatoren laufen auf Hochtouren. Wir duschen mehrmals am Tag und die Kinder sind trotz des steinigen, unebenen Bodens viel im See.

Emil & Ida:  It was a hard way, but we got there
miriamboettner.com

Trotzdem zieht es uns ans Meer. Velleicht, weil wir auf ein bisschen Wind hoffen. Wenn wir ans Meer wollen, gucken wir auf die Karte, suchen das Meer und entscheiden uns für die kürzeste Strecke. La Spezia. Klingt schön. Wir haben keine Ahnung was uns erwartet. Aber sind Städte am Wasser nicht immer schön? Vor allem italienische? Einen Reiseführer besitzen wir nicht. Hatten wir in Kanada auch nicht. Nur bei unserem Trip durch Polen hatten wir einen, und haben uns ständig darüber geärgert, dass er nie das gehalten hat, was versprochen wurde. Ohne reist es sich besser. Intuitiver. Dachten wir.

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