Lächeln und winken
 
Kinder loslassen – so schön und doch manchmal so schwer.

Es ist absolut nicht "cool", wenn man als Mutter zugibt, dass es manchmal einfach verdammt schwer fällt, seine Kinder loszulassen ... denn sofort kommt jemand an und brüllt: Helicopter-Mum. Das weiß Anke von LÄCHELN UND WINKEN natürlich. Sie sagt es jetzt aber trotzdem mal. ;)

Lächeln und winken: Kinder loslassen – so schön und doch manchmal so schwer.

Ich stehe am Tor zum Schulhof und sehe der Tochter hinterher; wie sie mit diesem ihr ganz eigenen, federnden Schritt fröhlich dem neuen Tag voller Lernen und Lachen entgegenläuft. Und wieder einmal spüre ich, wie sich mir bei diesem eigentlich doch so wundervollen Anblick der Hals zuschnürt und meine Augen feucht werden. Ich schlucke angestrengt und setze schnell die Sonnenbrille auf, damit niemand der anderen Eltern sieht, wie schwer es mir manchmal fällt, dieses „Kinder loslassen“. Das ist schließlich mega uncool, irgendwie Helikopter-Mum-mäßig und natürlich vor allem völliger Quatsch. Denn: Kinder werden nun mal groß, entwickeln sich weiter, lösen sich von ihren Müttern und Vätern, werden flügge und selbstständig/er. SO ist es nun mal! SO sollte es auch sein. Ich weiß das. Und ich liebe auch das an der Mutterschaft; zu sehen, wie meine Liebe und Erziehung sie dazu befähigt, auch ohne meine Hand weiterzugehen. Aber manchmal ... manchmal ... da schmerzt es mich eben auch, loszulassen.

Als wäre es gestern gewesen

Bevor ich selbst Mutter wurde, konnte ich immer nur erahnen, was sich wirklich in Eltern abspielt, wenn sie so „lapidar“ davon sprechen, dass die Zeit schneller verfliegt, wenn man Kinder hat. Oder dass Mamis an jedem Geburtstag des „Babies“ regelrechte Flashbacks der Geburt erleben ... und dann kaum mehr fassen können, dass dieses Wunder plötzlich schon 3 Jahre alt ist oder 8 oder 25. War es nicht erst gestern, dass die Wehen einsetzten? Wie konnte dieser Floh bloß so schnell so groß werden? Die Erfahrung, ein Kind zu gebären, schlägt offenbar so tiefe Wurzeln in unseren Seelen, dass wir die Erinnerung an unsere erste Begegnung richtig fühlen können, egal wie viel Zeit eigentlich bereits verstrichen ist. Jedes Jahr aufs Neue, aber auch zwischendurch, wenn uns wieder einmal bewusst wird, dass unsere Kleinen gar nicht mehr so klein sind, auf einmal Schulkinder werden oder Dinge ganz alleine machen, die bis vor Kurzem für sie undenkbar waren. Der Krümel zum Beispiel hat sich letztens zum ersten Mal bis zum Hals ins Wasser getraut und war so wahnsinnig stolz auf sich selbst, obwohl er vor Aufregung zitterte, dass auch ich ein krasses Gefühls-Chaos erlebte ... mitten im Schwimmbad, in einer Situation, die nur für uns so irre besonders war. Es sind diese Momente, die Elternschaft ausmachen – wenn das Herz vor Liebe schon fast weh tut, man den Stolz auf das eigene Kind, das gerade ganz arg über seinen eigenen Schatten gesprungen ist und sich selbst damit bewiesen hat, dass ihm keine Grenzen gesetzt sind, fast schmecken kann und gleichzeitig die Verlustangst im Nacken kitzelt, weil man weiß, dass jeder dieser fulminanten Schritte eben auch von der Mama wegführt. DIESE Momente, dieses Begreifen und Bewundern, dieses Mitfeiern und gleichzeitige Fürchten, diese starke Mischung aus Gefühlen, die alle der größten Liebe für einen kleinen Menschen entspringen, machen uns zu Eltern. Es mag ekelhaft pathetisch klingen ... aber das nehme ich jetzt einfach mal in Kauf. ;)

Jetzt hier weiterlesen