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Kindergarten-Eingewöhnung ein Klacks?

Als ich noch kinderlos war, hörte ich immer wieder von Eltern, die ihre Sprösslinge schon im zarten Säuglingsalter in die Kita gaben. „Die brauchen das zur Entwicklung ihrer Sozialkompetenz“. „Klar“, dachte ich mir. „Die haben recht“.

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iStock, bhidethescene

Und war den Eltern sehr dankbar, dass auf diese Weise eine neue Generation an empathischen und im sozialen Miteinander bestens geschulte Menschen heranreiften.

Und auch später als wir stolze Eltern des Stenzes wurden, verschwendeten wir an etwaige Eingewöhnungs-Procedere keinen einzigen Gedanken. Das würde schon irgendwie ruckizucki über die Bühne gehen. Dass bei unseren Kindern irgendwie so gar nichts ruckizucki über die Bühne geht, daran dachte ich erst als ich mich auf einem Miniatur-Stühlchen an der Türschwelle zum Eingang des „Bienenstocks“ wiederfand und ein schreiender Stenz sich an mein Bein klammerte, um sirenenhaft mit den Worten aufzuheulen: „Mami, lass mich hier bloß nicht alleine zurück“.

Für Außenstehende hatte diese Szene etwas Skurriles. Das Gebaren unseres Stenzes hätte den Eindruck vermitteln können, dass ich ihn so mir nichts dir nichts in die Obhut wilder Kannibalen geben wollte. Doch mitnichten. Behutsamer als wir hätte man sich kaum an das Thema „Kinderbetreuung“ heranpirschen können. So gönnten wir dem Stenz eine quasi dreijährige Akklimatisierung an diese Welt. Nicht, dass wir es nicht schon mit 16 Monaten versucht hätten, ihn in einer Kita das ach so wichtige Sozialverhalten zu lehren. Doch just nach der ersten Woche der Eingewöhnung schnappte sich der Stenz etwas ganz Fieses auf, wodurch wir uns gezwungenermaßen plötzlich mit einem 14tägigen Krankenhausaufenthalt konfrontiert sahen. Das Projekt Kita war somit kläglich gescheitert. Und als Freiberufler konnten wir es uns glücklicherweise erlauben, für die ersten drei Jahre im Leben unseres Stenzes die Nummer eins zu sein.

Jetzt ist Schluss mit lustig
Doch nun war Schluss mit täglich organisierten vormittäglichen Playdates und häuslicher Kinderbespaßung rund um die Uhr. Drei Jahre waren genug. Als Kindergarten hatten wir uns, wie wir fanden, den entzückendsten Ort von allen ausgesucht. Waldtage, Kutschfahrten, Projektwochen, hier spielte sich „Edutainment“ auf allerhöchstem Niveau und liebevollster Kleingruppenbetreuung ab. Ganz großes Kinderkino also. Der Ansturm war dementsprechend enorm. Um die Chancen für die Aufnahme in diesen kleinen elitären Kreis der glückseligen Kinder zu erhöhen, erstellte ich sogar ein mehrseitiges Bewerbungs-Dossier, das der Anwartschaft für einen mittleren Management-Posten alle Ehre gemacht hätte. 

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