Mama steht Kopf
 
Kinderparty im Indoor-Spielplatz: Hölle oder erholsamer Segen?

Fünfzehn Kinder habe sie heute dabei, erfahre ich (ja, wir stehen lange in der Schlange!) und kann mir ein zynisches Zucken um die Mundwinkel kaum verbergen. Selbst schuld, hi hi!

Blog Mama steht Kopf, Indoor-Spielplatz
iStock, slobo

Samstag. Der muffig-süßliche Geruch steigt mir in die Nase und lässt alte Erinnerungen aufkommen.
I’ve been down this road before – inhalierte den gleichen Gestank, sah den verschmierten Fussboden, welchen man tunlichst niemals in Socken (oder gar barfuss!) berühren sollte und sichtete zerknüllte Papierhandtücher in überquellenden Mülleimern – sowie leere Papprollen an den dafür vorgesehenen Halterungen.

Und auch jetzt sehe ich  Schmiere und Dreck – und spüre förmlich mit jeder Faser des eigenen Körpers Keime, Viren und Bakterien vor hellster Freude auf und ab hüpfen! So wie es deren künftige Wirte ein Stockwerk höher ebenfalls ausgelassen und begeistert tun.

Ja, als wir das letzte Mal vor etwas mehr als zwei Jahren hier waren, bescherte uns der Aufenthalt einen verkorksten Kroatien-Aufenthalt. Ein Sommerurlaub, welcher zum großen Teil aus hoch fiebernden, teilnahmslosen Kindern auf der Liege unter Schatten-spendenden Pinien-Bäumen bestand. Und ja, mein aktueller Aufenthaltsort ist nix für empfindliche Gemüter und verkappte Hypochonder!

Doch jetzt gerade?
Steh‘ ich mit drei Mädels in der Warteschlange und lächel dümmlich vor mich hin!
So what!
Es kommt wie es kommt!
Und schmunzelnd beobachte ich eine andere Mutter. Hier auf der Damen-Toilette des überdimensionalen Indoor-Spielplatzes. Wie sie verzweifelt Klopapier sucht – und panisch Gäste-Kinder nach der Konsistenz des soeben Ausgeschiedenen befragt. Ich spüre förmlich ihre Gedanken („Herr! Lass es jetzt bitte, bitte nicht Groß sein!“  ;))

Ich sehe die Schweißperlen auf der Stirn, als sie bereits das fünfte Mädchen daran erinnert, sich die Hände zu waschen und zu schütteln, statt die zarten Gliedmaßen in den bedrohlich lauten Heißluft-Handtrockner zu stecken.
Fünfzehn Kinder habe sie heute dabei, erfahre ich (ja, wir stehen lange in der Schlange!) und kann mir ein zynisches Zucken um die Mundwinkel kaum verbergen. Selbst schuld, hi hi! Ich hingegen bin mit insgesamt sieben Kindern hier, von denen allerdings drei die ganz eigenen sind.
Easy Peasy also! 

Warum aber bin ich hier, wenn der einleitende versteckte Unterton doch vermuten lässt, niemals allzu begeistert von der lauten, stinkigen „Keim-Schleuder“ zu sein? Warum feiern wir ausgerechnet hier den sechsten Geburtstag der kleinsten Tochter?

 

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