LÄCHELN UND WINKEN
 
Krümel-Chroniken: 6. (Lebens)-Monat

Da ist es nun also, das kleine Brüderchen der Mausemaus. Und jetzt? Wird jetzt WIEDER alles anders? Bricht das Chaos im Familienalltag aus? Oder kann man einigermaßen elegant die Kurve kriegen? Die erste Zeit als Zweifach-Mama.

Blog Lächeln und winken Krümelchroniken 6. Monat
Lächeln und winken

BABY-STATUS:
Körperchen: 8 Kilo. GOTTSEIDANK hat das Krümelchen mal einen Gang runtergeschaltet und geht die Nummer mit dem „Wachsen und Gedeihen“ aktuell etwas langsamer an. Nicht mal ganz ein Pfund hat der kleine Mann diesen Monat zugenommen (was meines Erachtens völlig ok ist, wenn man bedenkt, wie der Junge in den ersten Monaten „explodiert“ ist) und auch was die Länge angeht ist, bleibt er aktuell relaxt. Total super, finde ich das, denn so kann ich die Klamöttchen in Größe 68 tatsächlich MEHRFACH anziehen. Auch mal schön ;) . 
Können/Verhalten: Seit einigen Wochen streckt der Krümel richtig die Arme nach mir aus ... oder nach seiner Schwester ... manchmal sogar nach dem Papa ;) . Den findet er allerdings am allertollsten, wenn er ihn vom meinem Schoß aus bewundern kann. Dieses „Der-Papa-ist-ja-ganz-nett-aber-ich-bleibe-lieber-bei-Mama-Problem“ hatten wir auch, als die Mausemaus so klein war und ist den sehr umfangreichen Arbeitszeiten meines Mannes geschuldet. Das ist schade, lässt sich aber eben nicht ändern.

So richtig fremdeln tut der Zwerg jedoch noch nicht, obwohl die Kinderärztin das ja schon bei der letzten U gesehen haben wollte. Und auch die anderen, irgendwie ganz schön früh gestarteten Fähigkeiten, hat das Mini-Menschlein im 6. Lebensmonat einfach mal ganz locker auf Eis gelegt. Er dreht sich immernoch nicht komplett, macht keine Anstalten, neben den täglichen 5 Litern Sabber tatsächlich auch mal einen Zahn ans Licht zu befördern und findet die Bauchlage nur so medium-lustig. Vielleicht ist er doch keine Granate!? Ach, ich fänd es ja schön, wenn er sich nicht soooo beeilen würde, von meinem Arm runterzuklettern, um das Leben als richtig aktives Kleinkind bei den Haxen zu packen. Ich genieße es im Moment sehr, dass seine Entwicklungsschritte klein, aber fei, jedoch keine Sprints sind.

Was das Thema Beikost angeht, wollte ich ja erst NACH dem 6. Monat anfangen und da habe ich mich auch soweit daran gehalten wenn man mal davon absieht, dass ich das Mausemännchen an Äpfelchen, Möhrchen oder Gurke lutschen lasse, wenn der Blick denn gierig wird ;) . Gebe ich ihm aber ein bisschen zermatschte Banane auf dem Finger, spuckt er jedes noch so kleine Fitzelchen schneller wieder aus, als ich ein Foto machen kann :D . Egal, muss ja nicht. Wir haben Zeit.

Schlaf-Elend: Es bleibt ÄTZEND! Die Schlaf-Intervalle werden einfach nicht länger. Nach maximal 90 Minuten wird das Krümelchen mächtig nervös neben mir, rudert mit den Armen, sucht nach mir (was albern ist, denn ich liege ja meistens UNTER ihm :D ) und teilt mir wimmernd mit, dass er UNBEDINGT einen Snack und irgendwie noch intensivere Knuddler braucht. Und ich muss sagen ... SO LANGSAM BIN ICH EIN BISSCHEN IM SACK! Aber gut, Scheiß drauf, ist halt so. Es wird sicher bald besser! Und: Augentropfen sind mein Freund ;) .
 
MAMA-STATUS:
Gewicht: 64 Kilo. Top! 2,5 Kilo in einem Monat abgenommen ... genaugenommen sogar in nur 10 Tagen. Wie ich das gemacht habe? Och, ganz einfach: Ich habe mir Zahnwurzelentzündungen an gleich zwei NEBENEINANDERLIEGENDEN Zähnen zugelegt, was dazu führte, dass es etwas gedauert hat, bis Übeltäter Nummer zwei gefunden und behandelt wurde. Ergo hatte ich schön lange höllische Zahnschmerzen und wenig Appetit. Das hat leider bewiesen, dass es wohl doch etwas ausmacht, wenn ich pro Tag eine halbe Tüte Chips und gefühlt ein Pfund Gummibärchen esse – fällt das mal weg, nehme ich rasant schnell ab :D .

Umfang: Ach, ich mag gar nicht mehr messen. Denn obwohl ich nur noch drei Kilo von meinem Start- und fünf von meinem Lieblingsgewicht entfernt bin, bekomme ich keine einzige meiner alten Jeans über meinen Arsch gezogen. Nach der Mausemause war ich zu diesem Zeitpunkt schon UNTER meinem Wohlfühlgewicht und passte in alle meine normalen Klamotten. Jetzt mache ich mir ein bisschen Sorgen, dass sich meine Figur womöglich nach der zweiten Schwangerschaft dauerhaft verändert hat. Das fände ich blöd. Nicht zuletzt, weil ich Depp mir bereits eine Belohnungsjeans in meiner ALTEN Größe gekauft habe, die nun im Schrank auf mich wartet und mich anspornen soll. Tja, ich bin ein Depp. Ein ganz großer sogar!

Und sonst so: Ich habe das Gefühl, dass ich so langsam etwas abbaue. Anders kann ich mir kaum erklären, dass ich ständig irgendwas „habe“. An einem Wochenende werde ich nachts mit einer blutigen Blasenentzündung wach, am nächsten mit Zahnschmerzen from Hell. Und immer ist es gleich so schlimm, dass ich mich mit mindestens einem Kind zum Notdienst schleppe (was ich normalerweise echt nie mache!) und mit Antibiotika in der Tasche ende. Ich vermute, es hat etwas damit zu tun, dass ich keine ernstzunehmenden Erholungsphasen habe ... seit 6 Monaten. Naja, glücklich bin ich ja trotzdem und das ist doch das Wichtigste :D .   
 
Immer öfter frage ich mich, ob man mit mehr Kindern womöglich fauler bzw. bequemer wird oder ob eigentlich das Gegenteil der Fall ist, man es nur vor lauter Gewusel gar nicht mitbekommt. Ich stelle jedenfalls fest, dass ich diesen Winter extrem wenig Zeit auf Spielplätzen rumgehangen habe und sich auch die Treffen mit Freunden in Grenzen hielten. Das liegt zum einen daran, dass wir wirklich an einem Stück krank sind bzw. waren und uns natürlich keiner besuchen mag, während die kleine Madam eine Rotzespur wie eine Nacktschnecke hinter sich herzieht ;) . Und wenn bei UNS kurzfristig mal alle einigermaßen fit sind, dann liegen gerade die anderen flach. Es ist echt verhext.

Zum anderen geht die Mausemaus ja nun in die Kita und wir sind erst gegen vier Uhr am Nachmittag „frei“ für irgendwelche Dates bzw. Aktionen ... allerdings ist sie dann eigentlich auch schon völlig im Eimer und hat nur noch Bock darauf, ihrer Mutter mit Nörgeleien aufgrund von Müdigkeit auf den Keks zu gehen. Das nervt zwar, klingt in meinen übernächtigten Ohren trotzdem deutlich besser als die Option, nach dem schier endlosen Heimweg auch noch draußen AKTIV werden zu müssen. Nichtzuletzt deswegen, weil der arme, kleinen Krümel nach der ganzen aus-der-Kita-in-einem-anderen-Stadtteil-abhol-Nummer eh meist keine große Lust mehr hat auf Tragetuch, sondern lieber raus und mehr Bewegungsfreiheit will. Das wäre natürlich auch unterwegs machbar, wenn, ja wenn der feine Herr den Kinderwagen nicht so verabscheuen würde. Ich befürchte allerdings mittlerweile, dass ändert sich auch frühestens, wenn wir auf den Sportsitz umstellen und er ordentlich darin sitzen und gucken kann. Dafür finde ich ihn aber noch zu klein. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach der Kita gehe ich mit den Kids oft noch einkaufen oder „Steine suchen“, unternehme aber nichts ernsthaft Amüsantes mehr.
Und DESHALB denke ich manchmal, etwas faul geworden zu sein. Andererseits: Die Mausemaus wird den ganzen Tag bespaßt und WILL im Moment danach ihre Ruhe haben, zuhause nur noch ein Spiel spielen, etwas lesen oder eben ein bisschen Peter Pan auf dem iPad gucken. So schrecklich ist das ja eigentlich auch nicht. Ach, es sei ihr gegönnt. Und mir auch ;) . Wenn ich ganz ehrlich bin, schaue ich nämlich ab 17 Uhr schrecklich Rabenmutterhaft-oft auf die Uhr und sehne mich nach der zu-Bett-geh-Zeit der Kinder ... und damit meiner. Hätte mir vor drei oder vier Jahren jemand gesagt, dass ich mal „frohlockend“ um 19 Uhr ins Bett krabbeln würde, hätte ich sicher schallend gelacht. Ist aber jetzt so. Ich mache aktuell tatsächlich drei Kreuze, dass die Mausemaus seit dem Wegfalls  des Mittagsschlafes spätestens um halb acht steif aus den Socken kippt und ich es irgendwie geschafft haben, den Krümel AUCH auf diese Zeit zu timen. Und so sitze ich dann am sehr, sehr frühen Abend in meinem Bett – meine Tochter zu meiner linken schnarchend im zu kleinen Babybett (sie will aber auf Teufel-komm-raus nicht ins größere umziehen) und das Krümelchen seelig sabbernd im Arm – und kann endlich durchatmen, Netflix auf meinem Handy starten und (wenn ich total tapfer drauf bin) noch eine Stunde stupides Seriengeplätscher über mich ergehen lassen. Cleverer wäre es natürlich, direkt mit den Kindern ins Land der Träume abzutauchen, um wenigstens ein bisschen Schlaf abzubekommen, aber ich MUSS mir einfach wenigstens für eine Stunde am Abend Freizeit vorgaukeln.
Gut, ich darf dafür das Schlafzimmer nicht verlassen, weil der Krümel sofort wach wird und Alarm schlägt, wenn Mamas Atem nicht mehr zu hören ist, aber ich sehe es dennoch als Zeit für mich ... und die brauche ich. Spätestens um neun klappe ich allerdings IMMER zusammen wie eine Wäscheständer.

Oh man, ich führe echt ein anti-wildes Mama-Leben :D . Naja, es kommen auch wieder andere Zeiten ... wenn der Krümel mich hier und da mal zwei Stunden am Stück pennen lässt, meine Energiereserven zumindest die Minimal-Betankung aufweisen und die Sonne sichtbar am Himmel lacht. DANN bewege ich meinen Arsch auch wieder motivierter Richtung Spielplatz, plane lustige Events für die Kinder und verabrede mich ganz crazy zu Dates NACH 16 Uhr.  Wer weiß ...vielleicht stehe ich nach dem Einschlafen der Kinder sogar nochmal auf. Alles ist möglich ;) .

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