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Lächeln und winken Geschwister-Chroniken: Teil 19

Lächeln und winken Geschwister-Chroniken 19
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Das persönliche „Dream-Team“ von Mama Anke von LÄCHELN UND WINKEN liegt alterstechnisch fast genau drei Jahre auseinander und liebt sich abgöttisch. Also meistens. Außer sie streiten sich gerade. Oder stecken jeweils in irgendeiner haarsträubenden Phase. Dann geht’s rund. Und zwar richtig. ;)

SÖHNCHEN-STATUS:  4 JAHRE, 7 Monate

Ich kann kaum in Worte fassen, wie dankbar ich für dieses Kind und sein sanftes Gemüt bin. Also klar, auch der Krümel rastet aus, logisch … alles andere würde mir Sorgen bereiten. Aber vor allem ruht er in sich, so sehr, wie man das über so einen kleinen Floh sagen kann. Die meiste Zeit des Tages spielt er – entweder mit der Mausemaus zusammen und dabei durchaus auch laut – oder seelenruhig ganz allein in seiner Welt. Dabei redet er zugegebenermaßen wie ein Wasserfall, ABER er braucht nicht ständig Input von mir, so wie seine Schwester in diesem Alter. Dass ist gerade aktuell echt eine Erleichterung für unser allgemeines Zusammenspiel mit den vielen verschiedenen Ansprüchen und to do’s. Trotzdem bluten mir abends die Ohren und ich freue mich, wenn er schläft. Aber auch das ist ja normal. ;)

Grundsätzlich könnte der kleine Mann wahrscheinlich etwas mehr Schlaf gebrauchen, aber dadurch, dass er sich stark an seiner großen Schwester orientiert, ist er abends ewig wach. Dafür schläft er dann morgens aber länger als sie … meist so bis 8:30 Uhr, manchmal sogar noch länger. Er holt sich also, was er braucht und damit ist es ja ok.

Den Schnuller haben wir übrigens immer noch an der Backe … er braucht ihn einfach zum ein- und weiterschlafen. Tagsüber ist er jedoch endlich gestrichen; ich nehme ihn auch nicht mehr für den Notfall mit, weil sogar trösten nun ohne funktioniert. Ja, die Schnullerfee sollte langsam anrücken, aber ich bin auch jetzt schon stolz auf ihn, dass er diesen Anker nicht mehr so oft benötigt und will ihn auf den letzten Metern des Abschiedes nicht unter Druck setzten. Es ist eine beschissene Zeit, auch und vor allem für Kinder. Wenn ein Schnuller ihm hilft, nachts abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, dann ist das für mich ok. Viele Erwachsene können aktuell nicht ohne ihr all-abendliches Glas Wein, obwohl das auch nicht der Kracher für die Gesundheit ist. Sie gönnen es sich trotzdem, weil es hilft, diese Pandemie auszuhalten. Und der Krümel braucht seinen Schnulli. Es sei ihm gegönnt! <3

Oh, und ganz wichtig: Der kleine Floh kann jetzt radfahren. So richtig und ganz alleine. ER ist stolz wie Bolle und das absolut zu recht!

TOCHTER-STATUS:  7 JAHRE, 6 Monate

Würde ich der Mausemaus jetzt sagen, dass sie nie wieder in die Schule gehen kann, würde sie mit den Schultern zucken und sagen: „Ich hab eh keinen Bock mehr darauf.“ Tja, wahrscheinlich geht es vielen Kindern so, die gefühlt ewig nicht mehr regelmäßig in der Schule waren und sich jetzt einfach ans Homeschooling gewöhnt haben … ohne es zu mögen. Denn mögen tun wir das beide nicht. Aber gut, es ist eben Teil unseres Lebens und wir geben weiterhin unser bestes dabei. Wir versuchen es nur nicht mehr ganz so eng zu sehen. Die Luft ist einfach raus. Übrigens auch in Punkto Winter. Die Mausemaus flucht beinahe jeden Tag darüber, dass es einfach nicht so recht Frühling wird, denn sie will endlich wieder kurzärmlig auf den Spielplatz gehen und vor allem an den Rheinstrand. Ich habe ihr erklärt, dass im April nun mal alles möglich ist, aber sie hat mein ungeduldiges Naturell geerbt … es ist ihr absolut wurscht, was der April darf oder nicht. Sie WILL es jetzt warm und ich verstehe es absolut. Noch ein bisschen mehr als warmes Wetter wünscht sie sich, mit ihren Freundinnen zusammen drinnen Puppe oder Reiterhof zu spielen. Es fehlt ihr so sehr, aber wir sind gerade jetzt wieder sehr vorsichtig und haben null Indoor-Verabredungen. Eine „Partner-Familie“ haben wir leider nicht „erwischt“; alle waren Ende Dezember flott zusammengeschlossen als kleine Kreise – wir waren nicht schnell genug. Ein bisschen, wie wenn man beim Völkerball als letztes gewählt wird. Ich fange das ab mit täglichen Spielplatzbesuchen und ich glaube, meist ist das auch ok für die Mausemaus. Vor allem, weil sie immer noch beinahe jeden Tag mit ihrer Cousine über die Echo Show spielt. Beide Kinder mit den Geräten im jeweiligen Kinderzimmer und dann wird zusammen gespielt und gebastelt. Es ist erstaunlich, wie die beiden das machen und sich damit gegenseitig stützen. Beide brauchen dringend mehr echte Kontakte, gemeinsam halten sie es aber noch aus. Ich bin dankbar, dass sie das haben.

Davon abgesehen, rein körperlich, schießt die Tochter regelrecht über sich hinaus. Ich musste schon wieder neue Hosen bestellen. Unglaublich, wie groß sie mit ihren 7 Jahren ist. Wirklich unglaublich!

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Ich bin ganz kribbelig. Die ganze Zeit. Ich habe das Gefühl, die Verbesserung der Gesamtsituation ist schon nah, wenn auch noch nicht greifbar, aber eben dennoch näher als bisher auch nur angedacht. Meine Eltern sind beide geimpft, ganz langsam beginnt es, dass auch etwas jüngere Menschen in meinem Umfeld geimpft wurden, meine Physiotherapeutin ist geimpft. Es keimt Hoffnung in mir auf, dass diese ganze Nummer vielleicht bald etwas besser wird, dass der Krümel endlich wieder in die Kita gehen und die Mausemaus mehr in der Schule sitzen kann. Und damit verbunden: Das ICH mal ein paar Stunden Ruhe haben werde … für mich, für Arbeit, für was auch immer. Nur eben mal ein paar Stunden ohne Dauerbeschallung durch die Kinder und dieses ständige Gefühl, einfach nicht genug gleichzeitig zu schaffen. Ich bin wirklich ganz kribbelig, wage aber noch nicht, es Vorfreude zu nennen, denn ich sehe durchaus, dass da noch Gefahrenquellen lauern. Die Situation aktuell ist ja absolut beschissen und ich hatte lange nicht so eine Angst, mich noch zu infizieren … jetzt, wo es vielleicht wirklich bald besser wird; jetzt, wo gerade alle Krankenhäuser voll sind und eine Corona-Infektion mit einem schweren Verlauf wirklich ein Griff ins Klo wäre. Oh man, ich bin so kribbelig. Die ganze Zeit.  

Ich finde, wenn man bedenkt, dass vor allem die Kinder und ich nun seit Monaten wirklich pausenlos aufeinander hocken, geht’s uns gut. Wir lieben uns noch. Und wir haben sogar die 2-wöchige Quarantäne des Mannes überstanden, ohne dass irgend jemand vom Balkon „gefallen wurde“. Wir können uns also alle auf die Schulter klopfen und uns dafür loben, dass wir so tapfer durchalten und immer wieder hinter den Bedürfnissen eines anderen Familienmitgliedes zurückstehen. Ganz ehrlich: Der Krümel am allermeisten. ER gibt am wenigsten den Ton an und fordert auch am wenigsten. Vor zwei Wochen hat er mal gesagt, dass er schon Lust hätte, irgendwann mal wieder in die Kita zu gehen. Und vor einer Woche meinte er, er würde gerne mal nur SEINE Freunde draußen treffen und nicht immer nur die der Tochter. Da wurde es mir wieder einmal besonders bewusst, was es bedeutet, der Kleine zu sein. Die Mausemaus ist überall zuerst gewesen und noch dazu der grundsätzlich lautere Mensch. Sie sagt immer, wann sie was braucht. Nein, sie brüllt es, damit es auch niemand ignorieren kann. Und wie das so ist, wenn ein Kind einfach schon viele Kontakte hat … das kleiner geht dann mit. Es ist natürlich auch nicht so, dass er dann niemanden in seinem Alter trifft, aber er hat nicht so die Wahl. Er spielt mit den kleinen Geschwistern von Ellas Freundinnen und Freunden und mir geht es nicht anders … ich „spiele“ mit den Müttern von Ellas Freundinnen. Irgendwie dreht sich unser Kosmos um Ella – das hat sich einfach so ergeben und wir fahren alle gut damit, dennoch hat der Krümel recht … bzw. er hat ein RECHT auf ganz eigene Freunde. Nur steht uns da gerade ganz übel die Pandemie im Weg. Ich weiß das, ich behalte im Blick, dass wir da ganz dringend etwas dran ändern, sobald es möglich ist. Aber für IHN ist das ganz schwer zu verstehen und so weit in eine diffuse Zukunft zu denken. Wie froh bin ich deshalb, dass er wenigstens seine Kita-Verlobte regelmäßig auf dem Spielplatz trifft und sich wirklich mit einer kleinen Schwester von einer Klassenkameradin der Mausemaus angefreundet hat. Nur kleine Jungs sind aktuell rar gesäht; wobei er da offenbar auch nicht so das Interesse hat. Nur der beste Freund und Verlobte der Mausemaus ist wirklich wichtig für ihn als Jungen-Freund. Aber das reicht ja auch. Hauptsache, es gibt Kinder in unser aller Umfeld, die auch sein Herzchen hüpfen lassen und ihm die Gelegenheit geben, draußen zu spielen und sich auszutauschen – wie vierjährige es nun mal machen. 

Grundsätzlich kann ich nur über die letzten vier Wochen sagen: Ich platze vor Stolz auf meine beiden Kinder, die sich trotz all dieser völlig irren Widrigkeiten so fantastisch weiterentwickelt haben, auf so vielen Ebenen, dass mir ständig der Mund offen stehen bleibt vor Bewunderung, wenn ich sie ansehe. Mein Mama-Herz hüpft. <3

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