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Lächeln und winken Geschwister-Chroniken: Teil 24

Lächeln und winken, Geschwister-Chroniken 24
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Das persönliche „Dream-Team“ von Mama Anke von LÄCHELN UND WINKEN liegt alterstechnisch fast genau drei Jahre auseinander und liebt sich abgöttisch. Also meistens. Außer sie streiten sich gerade. Oder stecken jeweils in irgendeiner haarsträubenden Phase. Dann geht’s rund. Und zwar richtig. ;)

SÖHNCHEN-STATUS:

5 JAHRE Ein halbes Jahrzehnt Krümelchen und ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es war, ohne ihn zu leben. Ich bin so verdammt dankbar dafür, nach meinen Fehlgeburten den Mut gefunden zu haben, nicht aufzugeben und so dieses große Glück auf zwei Beinen erhalten zu können. SO VERDAMMT DANKBAR! Er ist so verdammt besonders … und ich hoffe von Herzen, dass er sich seine wahnsinnig liebenswerten Besonderheiten so lange bewahren kann, wie irgend möglich, dass sie ihm niemand nehmen wird, der es nicht versteht, weil er oder sie noch bis zum Hals in alten Rastern lebt. Dieser kleine Junge, mit den mittlerweile richtig langen Haaren, den großen, dunklen Augen, der Liebe zu Dinos und Robotern und Schrauben und Glitzer, der sich als Motto für seinen Geburtstag LadyBug und dazu die passenden Ohrringe gewünscht hat und noch immer so frei in allem ist und so sehr in sich selbst ruht, dass ich vor Neid erblasse … dieser kleine Junge soll bitte so bleiben dürfen, so lange er selbst es möchte. Nichts wünsche ich mir aktuell mehr für ihn (von Gesundheit mal abgesehen) und nichts fürchte ich mehr durch seine frühe Einschulung nächsten Sommer mit dann noch nicht ganz 6 Jahren zu verlieren. Deshalb starten wir jetzt mit dem Versuch, ihn zurückstellen zu lassen, um ihm ein Jahr mehr Kindsein, mehr Kita, mehr Leichtigkeit schenken zu können. Ich denke, er braucht diese Zeit, muss ja erst noch die doch so wichtigen Kita-Erfahrungen sammeln, zu denen er bisher kaum Gelegenheit hatte und die gerade für kleine Persönlichkeiten wie seine so wichtig sind. Mal schauen, ob wir es schaffen; die Chancen stehen schlecht, aber versuchen wollen wir es für ihn.

TOCHTER-STATUS:

7 JAHRE, 11 MonateOhne Frage macht mich dieses Kind, mein erstes, mein großes, jeden Tag komplett kirre; weil sie laut ist und wild und frech und mit einem Fuß schon in der Pubertät steht und mich damit ernsthaft das Fürchten lehrt. Doch darüber hinaus – und das ist viel, viel wichtiger – erfüllt sie mich gerade im Moment so oft mit so krassem Stolz, dass ich in einer Tour vor Liebe heulen könnte. Nur mal zwei Beispiele: Eine ihrer Schulfreundinnen ist in einer Pause vom Klettergerüst gefallen. Kurz lag sie ohnmächtig am Boden. OHNMÄCHTIG! Die Mausemaus ist nicht in Panik geraten, hat den Ernst der Lage aber erkannt. Sie hat ihre Freundin immer wieder angesprochen, ihr gesagt, dass sie bei ihr ist und hat Hilfe geholt. Glücklicherweise war mit dem Mädchen im Endeffekt alles in Ordnung, aber der Schreck saß bei allen tief. Trotzdem war die Tochter froh, so gut reagiert zu haben und genauso ihre Freundin und deren Eltern. Einfach mega! <3 Genauso wie die Idee, die die Tochter gemeinsam mit einem Klassenkameraden hatte, ihre Stimmen gegen ein Unrecht einzusetzen. Es ist etwas passiert, mit dem die Kinder sehr unglücklich waren (und sind) und diese zwei haben sich überlegt, zu diesem Thema eine Unterschriftensammlung zu starten, haben ihre Mitschüler mobilisiert und so tatsächlich Seitenweise Grundschüler-Unterschriften zusammengetragen. Als sie mir das nachmittags zeigte, bin ich zugegebenermaßen fast vor Stolz geplatzt. Einfach der Hammer, was schon Zweitklässer auf die Beine stellen können!

Ja, es nervt mich, dass sie laut Lehrerin noch nicht so gut liest und rechnet wie die anderen Kinder in ihrer Klasse. Aber die Pandemie-bedingten Schullücken werden wir schon noch stopfen. Und vielleicht … sind andere Sachen auch einfach wichtiger. <3

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Ich bin ein bisschen stolz auf mich! Seit ca. 2 Wochen schaffe ich es tatsächlich, etwas früher ins Bett zu gehen, um endlich mal wieder mehr Schlaf zu bekommen. Ich habe außerdem meinen Posten als Elternbeiratsvertreterin in der Schule abgegeben bzw. mich bewusst nicht wieder wählen lassen. Und ich plane meine Arbeitswoche sorgfältiger und gebe mir selbst darin Raum für kleine Pause. Self Care nennt sich das ja heutzutage … und ich bemühe mich sehr darum! Lange habe ich mir selber nur dabei zugesehen, wie ich dieser Grenze, die man besser nicht überschreitet, immer nähergekommen bin und habe nichts dafür getan, etwas zu ändern. Jetzt endlich aber schon. Es geht nicht anders. Es ist schließlich niemandem damit geholfen, wenn ich mich so sehr auspower und unter Druck setze, dass ich nur noch Augenzucken habe und mein Hirn abends regelrecht kribbelt. Dass muss aufhören und darum kümmere ich mich jetzt. Also … ich kümmere mich um mich! Zumindest ein bisschen; das aber bewusst. Vielleicht lerne ich ja wirklich endlich mal was dazu! ;)

Wenn ich es jetzt mal ganz positiv ausdrücke, kann ich sagen: Hier wurde in den letzten Wochen fleißig und mit großem Einsatz jedes Familienmitgliedes daran gearbeitet, alle beteiligten Immunsysteme nach einem ruhigen Sommer zu reaktivieren … mit einer nervigen Erkältung nach der anderen. Puhhh, ziemlich ätzend, ehrlich gesagt. Allein der Mann hat sich drei Wochen am Stück mit dem Mist rumgeplackt, den die Kids aus Kita und Schule mitgebracht haben, die Mausemaus genauso lange, ich glücklicherweise nur ein paar Tage, aber der Krümel dafür im Grunde gleich zweimal … eine Runde mit Schnupfen am Anfang, eine mit Husten am Ende. Tja, was soll man machen: Wir sind – trotz wieder hoher Inzidenz-Zahlen gerade unter den ja nun mal ungeimpften Kindern – „Back in the Normalität“ und damit auch zurück in der klassischen Viren-Hölle; mal ganz von den neuen „Angeboten“ an der Krankheitsfront abgesehen. Vorerst hatten wir aber Glück und tatsächlich ausschließlich mit den gewohnten Erregern zu tun und die mussten halt einfach mal wieder sein. Gehört ja dazu.

Dennoch habe ich die Lehrerin der Tochter irgendwann gebeten, die Kinder mal ihre Sitzplätze wechseln zu lassen, da sie wirklich wochenlang schwer erkältet war, sich am Wochenende immer erholte und spätestens mittwochs wieder total im Eimer war, DENN: sie saß den ganzen Tag vor einem geöffneten Fenster. Und da es morgens zum Teil schon recht frisch war und sie auf Zug nun mal echt nicht gut reagiert, KONNTE sie gar nicht gesund werden … und ich wurde ständig angerufen und gebeten, sie doch mal abzuholen und diesen Schnupfen im Blick zu halten. Hach ja, wir leben in einer verrückten Zeit.

Apropos nervig: Die vor Kurzem bei der Tochter diagnostizierte Histamin-Intoleranz kostet uns hier ebenfalls Nerven, weil sich dieses neue „Hobby“ als ziemlich komplex, kompliziert und verwirrend darstellt … und ich leider echt immer noch kaum einen Durchblick habe. Gefühlt reagiert das Kind aktuell auf fast jede Obst- und Gemüsesorte, ich schreibe alles auf und versuche es dann aus ihrer Ernährung auszuklammern. Allerdings vergisst sie es natürlich selbst recht oft, isst in der Schule doch mal ein paar Trauen, ein Stück Apfel oder eine Birne – und zack sind wir wieder am Anfang. Wir haben aber eh noch nicht alle Auslöser gefunden. Und sie ist ein Kind, die Nummer kompliziert und aller Anfang eben schwer. Wir bleiben also dran und tapfer.

Der Krümel hingegen ist gerade echt krass pflegeleicht. Er hüpft nicht mehr ständig aus der Hose, geht – sofern nicht krank – freudestrahlend in die Kita und liebt die Spielplatz-Nachmittage. Und auch ganz Zucker finde ich, dass er sich selber eine „Baby-Freundin“ gesucht hat. Ein kleines Mädchen, dass er auf dem Spielplatz kennen- und total lieben gelernt hat, mit dem er immer so rührend spielt, dass mir echt das Herz aufgeht. Ich glaube, wäre ich jünger, würde ich ihm nur deshalb nun doch noch ein kleines Geschwisterchen schenken; er wäre ein fantastischer großer Bruder. Aber so ist er eben ein fantastischer großer Freund für seine niedliche kleine Freundin. Ich liebe es! Und ihn. Und seine Schwester. Ich bin so dankbar für die beiden. <3

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