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Ich gebäre Leben & Tod eines Frühchens: Julia erzählt Simons Geschichte

Ich gebäre Frühgeburt
© S.Borisov / Shutterstock
Julias Sohn Simon kam als Frühchen in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. Nach fünf schwierigen Tagen starb Simon in Julias Armen. Im Interview erzählt Julia von Simon, von ihrer Trauer und Liebe zu ihm und von ihrem Weg der Heilung.

Julias Bericht ist ehrlich und dennoch nicht trostlos. Sie verharmlost die Erfahrung nicht; sie zeigt aber, dass niemand mit dem Tod eines Frühchens allein sein muss.

Ich danke Julia für das Interview und ihre Arbeit als Coach für Menschen, die ein Baby verloren haben.

Stell dich doch bitte kurz vor!

Hallo, ich bin Julia. Ich bin 33 Jahre alt und ich lebe zurzeit in Argentinien und zuvor in Neuseeland. Ursprünglich komme ich aus Deutschland, genauer gesagt aus Wandlitz, ganz in der Nähe von Berlin. Studiert habe ich an der Humboldt-Universität, im Hauptfach Erziehungswissenschaften und in den letzten Jahren habe ich mich spezialisiert im Bereich Coaching und einige Ausbildungen und Weiterbildungen in diesem Bereich gemacht.

Jetzt bin ich selbstständig als Grief und Growth Coach, übersetzt  also Coach für Trauer und Wachstum. Ich richte mich vor allem an Frauen (und Familien), die ihr Baby verloren haben und dabei spreche ich sowohl von Fehlgeburten, Stillgeburten als auch vom Verlust von Neugeborenen. Man könnte sagen, es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, den man nie kennenlernen durfte.

Wie kam es dazu, dass du Coach in diesem Bereich wurdest?

Sehr gute Frage. Für mich steckt eine persönliche Geschichte dahinter, und zwar  meine eigene Schwangerschaft und der Tod meines Sohnes.

Kurz gesagt, mein Sohn Simon kam im Februar 2016 in der 26. Schwangerschaftswoche als Frühchen zur Welt. Fünf Tage konnten wir mit ihm auf der neonatalen Station verbringen. In dieser Zeit erlitt er leider viele gesundheitliche Komplikation, bevor wir uns auf Anraten der Ärzte dazu entschieden, die lebenserhaltenden Maßnahmen für Simon abzustellen. An meiner Brust nahm er dann seine letzten Atemzüge.

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