Mama steht Kopf
 
Let's talk about: Brustkrebsvorsorge

„Und wenn es sich dann so herausstellen sollte, würde ich dazu raten, gleich alles entfernen zu lassen“ „Haaalt Stop!“ hätte ich in jenem Moment gerne laut geschrien. DAS waren mir für den Anfang definitiv zu viele Informationen. Und meiner Meinung nach maßlos übertrieben – und doch wirklich sehr weit hergeholt!

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iStock, Stadtratte

Ich hab‘ beide nie besonders gemocht.  War schon immer so. Irgendwie hatten sie mich immer geärgert, taten weh oder waren gar ein Dorn im eigenen Auge. Sie waren zu einem nicht unbedeutenden Teil daran schuld, dass ich mit siebzehn wie besessen hungerte. Um es den Zweien zu zeigen! Um sie wieder loszuwerden!

Denn schließlich kamen sie von mir völlig ungebeten und sorgten dafür, dass gleichaltrige Mitschüler lachten und kuckten. Das war mir unangenehm und die Anwesenheit meiner neuen Begleiter erfüllte mich weder mit Stolz, noch konnte ich mir damals deren Nutzen auch nur annähernd erschließen! Sie stellten sich meinem Empfinden nach viel zu sehr in den Vordergrund, schränkten bei sportlichen Aktivitäten plötzlich ungewohnt ein und wollten mich und meinen Körper verändern. Wie dreist!

Ja, seinerzeit hätte ich den beiden niemals nette Kose-Namen (mache ich auch heute noch nicht!) gegeben, noch mich mit den unliebsamen Anhängseln angefreundet. Ich hatte sie nicht lieb und schon gar nicht als ein Teil von mir akzeptiert. Kleiner hätte ich sie gerne gehabt, viel sportlicher und androgyner. Nicht so weiblich – während der restliche Körper doch schlank war! Klingt aber doch eigentlich toll? Nun, großer „Lara Croft“ Fan war ich halt noch nie!

Es gab eine Zeit, da hätten die problemlos weg gekonnt! Brauchte ich nicht. Wollte ich nicht! Bis sie auf einmal den wichtigsten Job der Welt für mich übernahmen. Nein, bis sie auf einmal anfingen, für die wichtigsten und wundervollsten Erdenbürger von großem Nutzen zu sein!

Bis beide über viele, viele Monate (und es sind insgesamt weit mehr als 40!) einen ganz hervorragenden Job machten und ganze drei Mal die Milchpulver-und Fläschchen-Industrie ohne mich auskommen musste.
Bis sie so beliebt waren, dass deren Nutzer (und zwar alle drei!) in keinster Weise Substitutionen akzeptieren vermochten. Bis ich leise sanft lächelnd erkennen und lernen durfte, welch wunderbare Fähigkeit Mutter Natur mir doch mit auf meinen Weg gegeben hat. Ja, erst durch das Stillen meiner drei Kinder lernte ich meinen Körper genau so zu akzeptieren, zu respektieren und anzunehmen wie er ist! Ganz gleich, welche Körbchen-Größe gerade in der ersten Reihe der Wäsche-Schublade liegt. Und ich wage zu behaupten: Ich habe im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre das halbe Alphabet durchmachen dürfen!

Plötzlich jedenfalls waren die „Dinger“, meine Brüste, gar nicht mehr so verkehrt. Wir waren eins und endlich angekommen. Angekommen im Gesamtbild der Frau, die ich nun einmal bin. Und beide haben es verdient, von mir gepflegt und beachtet zu werden! Gerade in der meinen familiären Situation.

Aber ist ein Gentest wirklich von Nöten?
„Und wenn es sich dann so herausstellen sollte, würde ich dazu raten, gleich alles entfernen zu lassen“
„Haaalt Stop!“

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