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Mal biste Mama, mal biste Fußabtreter

Kennst du sie auch, diese Momente, in denen du dich fühlst als sei eben ein langer Schnellzug über dich hinweggebraust, während zeitgleich ein Wirbelsturm alles um dich herum entwurzelt hat? Wenn gerade mal wieder ein Stimmungsgewitter all' seine ungezügelten, negativen Energien an deiner Mama-Seele entladen hat?

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Wenn dein Kind von einem Moment auf den anderen wieder die Laune switcht und den Schalter von Sturmflut auf Hochsommerwetter stellt, du aber noch dabei bist, den Orkan von eben zu verarbeiten und einfach nicht so schnell hinterherkommst?

Ich finde, als Mama lernt man ungeahnte Höhen kennen. Liebe, die einem fast das Herz aus der Brust purzeln lässt, Stolz und Freude am Augenblick, die uns um Meter wachsen und durch den Raum schweben lassen. Doch die Schluchten und Täler, in die der Alltag mit Kindern – vielleicht insbesondere mit Kleinkindern, die gerade ihr Selbst aus den Tiefen ihrer Seele bergen – uns zuweilen stürzen lässt, sind ebenso abgründig wie die Gipfel hoch sind.

Trommelfell schwing nach

Kniest du manchmal nach einem überstandenen Wutanfall deines Böckchens auf dem Fußboden, spürst noch die kleinen Fäustchen auf dir, die eben im haltlosen außer sich
Sein auf dich eingetrommelt haben? Die abgeebbte Lautstärke lässt dein Trommelfell immer noch nachschwingen.

Was empfindest du? Frust, so groß wie der Mount Everest? Du WEISST ja, was in ihnen vor sich geht. Die Synapsen, die bereits vorhanden sind, funken mit Starkstrom, und doch hat die emotionale Gehirnhälfte noch nicht einmal ansatzweise eine Ahnung davon, dass es so etwas wie Vernunft gibt.

Gefühl vs. Verstand
Tja, aber auch deine Emotionen scheren sich eine feuchte Windel der Größe 5+ darum, was dein Verstand zu wissen glaubt. Du fühlst dich trotzdem getreten, verkannt und mit Undank und Ungerechtigkeit geteert und gefedert. Ich finde das ist dein gutes Recht. Und es ist auch – nebenbei bemerkt – völlig unerheblich, was ich finde, denn du fühlst dich so oder so dementsprechend. Vielleicht verstärkst du dieses Gefühl hinterrücks noch, indem du dich dafür verurteilst, so zu empfinden.

Denn Selbstverurteilung haben wir Mütter ja offenbar von Natur aus drauf:
"Ich bin nicht aufmerksam genug. Ich spiele nicht gern genug. Ich habe an diesem Wochenende keinen Bock auf meine Kinder und am letzten hatte ich ihn auch nicht. Ich
habe keine Lust zum Aufräumen und lasse mich total gehen. Ich ertrage es nicht, heute zum zehnten Mal dieses Buch anzuschauen – und überhaupt bin ich eine schlechte
Mama, weil mir mein heißer Kaffee wichtiger ist als die wohlkonstruierte Gleisschleife der Holzeisenbahn, der sowieso binnen sieben Minuten wieder ein mittelschweres Zugunglück widerfährt…"

Hmh. Kenn ich.

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