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Mama steht Kopf Manchmal vermisse ich uns: (Corona)-Eltern sein – Paar bleiben

Blog Mama steht Kopf, Paar-Zeit
© Mama steht Kopf
Dieses „Eltern-sein und Paar-bleiben“! Es funktioniert in jenem verkorksten Jahr 2020 nicht immer. Nicht zu Corona-Zeiten – und schon einmal gar nicht in sechs langen Wochen Sommerferien!

Drei Kinder nimmt keiner so leicht ab
Uns war von vornherein klar, dass es in Zukunft schwierig sein würde, drei Kinder für ein ganzes Wochenende „abzugeben„. Nicht immer können die Großeltern eine längere Betreuung gewährleisten.
Aus den unterschiedlichsten Gründen.

Wo wir zu Fünft in Sachen Vereinbarkeit scheitern (ich bin nicht ohne Grund so lange zu Hause!) spinnt sich der seidene Faden beim Thema „Paar-Zeit“ weiter.
Und ja, hin und wieder droht er auch einmal zu zerreißen und Verzweiflung macht sich breit.
Dann fragen wir uns, wo wir eigentlich stehen in diesem sonst so gut funktionierenden Familien-Konstrukt.
Dann wünschen wir uns die Unbeschwertheit der alten Zeiten nur zu zweit zurück – oder einfach auch einmal ganze Sätze ohne stete Unterbrechung miteinander wechseln zu können!

Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis wir gemeinsam über ein ganzes Wochenende verreisen können. Dann werden wir wohl Beide um ein paar Fältchen und graue Härchen reicher sein – und Kindertage schmerzlichst vermissen.
Aber unsere Zeit kommt wieder – das zeichnet sich schon jetzt irgendwo in der Ferne ab.

Kleine Inseln als Paar schaffen
Denn schon jetzt gelingt es uns, kleine Inseln nur für uns alleine zu schaffen. Wir können nicht auf die großen Ausflüge setzen, noch müssen wir von Stunden oder gar Minuten zehren. Aber die sind wieder möglich! Und das teilweise sogar neuerdings gänzlich ohne Babysitter!
Wenn der große Teenie-Bruder sich bereit erklärt, auf die beiden Mädels aufzupassen.Dann gehen Dinge urplötzlich wieder und neu-gewonnenen Freiheiten tun sich auf! Dann können wir am Strand spazieren oder zusammen Essen und laufen gehen.

Nur für kurze Zeit, ohne es auszureizen – aber es ist ein ganz besonderer, kostbarer Anfang!

Einige Zeitfenster tun sich immer seltener auf
Wir befinden uns aber gerade am Ende von sechs langen Wochen Sommerferien! Sechs Wochen, die einem Kräfte-zehrenden Lockdown und Wochen des Homeschooling folgten! Wochen, in denen ALLE Kinder immer und ständig zu Hause waren.
Und wach.

Denn wenngleich wir einige Freiheiten zurück gewinnen –  durch die Tatsache, dass unsere Kinder größer werden, gestalten sich andere Dinge noch einmal schwieriger! Plötzlich werden Zeitfenster für Dinge, die zu einer gesunden Partnerschaft und Ehe meiner Meinung nach nun einmal dazu gehören (Nein, ich schreibe es hier jetzt nicht wieder explizit aus ;)  ) noch einmal schmäler, als sie es ohnehin schon sind!

Denn wo Kinder rund um die Uhr zu Hause sind – und auch am Folgetag nicht in die Schule müssen, wird vor Mitternacht noch lange nicht geschlafen!
Schon einmal gar nicht in der stickigen Höhle der Pubertiere!
Sprich, die ganzen letzten Monate war immer mindestens ein Kind wach und mit wachsamen Ohr nur schwer ablenkbar.
Ein Härtetest für jede Ehe. ;)

Selbst dran schuld? Zum Teil ja!
Und dennoch – so sehr ich dieses bekloppte Corona als Sündenbock allen Unheils dieser Welt missbrauchen möchte – eine gewisse Teilschuld an fehlender Paar-Zeit liegt auch bei uns selbst!
Da ist zum Einen die kleinste Tochter, bei der wir so viel mehr durchgehen lassen, als seinerzeit bei den Geschwistern.
Der Nesthäkchen-Bonus sei ihr stets gewiss – mein kleinstes Mädchen schläft noch heute bei uns im Bett.
Groß und breit mit weit ausgestreckten Hacken in der Besucher-Ritze – ein wohl ziemlich verlässliches, natürliches Verhütungsmittel.
Würde ich nicht anders verhüten. 

Und ich gebe zu, ab und an bin ich sogar blind – und verpasse Gelegenheiten und Augenblicke, welche wertvolle Zeit als Paar bieten könnten.

Und hin und wieder vergessen wir den liebenden Ehepartner in uns einfach auch.
Vor lauter Organisieren und Funktionieren.
Wenn mal wieder Dinge und Termine abgesprochen werden wollen und diese Sache mit der Erziehung erneut ganzen Einsatz und Leistung fordert.
Dann werden Worte knapp und der Tonfall kühl.
Dann ist es schwer, das Paar zu sehen.
Das Paar, das eigentlich jetzt gerne selber Popcorn-schaufelnd vorm Fernseher lümmeln würde, frei von dieser ganzen Vorbild- und Elternrolle!
Das Paar, das am liebsten auch die eigenen Klamotten überall im Wohnzimmer verteilen möchte, Schokoladeneis verbotenerweise auf der Couch schlecken mag – und im Anschluss viel hemmungslosen Sex (und jetzt hab‘ ich’s doch geschrieben) haben möchte.

WIR sind immer noch da!
Doch solange es hin und wieder zwei Stunden „Händchen-halten“ gibt, diese kleinen Mini-Inseln und Augenblicke als Paar, solange sind wir auch noch WIR – und solange gibt es auch noch UNS.
Und irgendwann, irgendwann auch wieder ein ganzes, unbeschwertes Wochenende lang.
@Gatte: Alle Liebe zum Hochzeitstag!
Vergesst Euch als Paar nicht! 

Eure  Alex

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