Verflixter Alltag
 
Mein Kind darf nicht barfuß in den Schnee

Es wird Winter. Und wenn ich auf das Außenthermometer schaue, dann könnte man denken: Es IST Winter. Jetzt beginnt die Jahreszeit, in der man Kinder nur noch dick eingehüllt mit Handschuhen, Schal und Mütze, mit Schneehose und dicker Winterjacke nach Draußen schickt. Denkt man, oder?

Blog Verflixter Alltag Barfuß im Schnee
iStock, PhyllisMeredithPhotography

Doch dann höre ich immer wieder von Eltern, die ihren Kindern auch bei kalten Temperaturen auf dem Weg zum Kindergarten keine Hosen anziehen, weil es sich so sehr dagegen gewehrt hat. Also wird darauf verzichtet, denn schließlich ist mein Kind ein kompetentes Kind, das bereits selbst Entscheidungen treffen kann, die seinen Körper betreffen. So argumentierte auch geborgen & geliebt. Ich kann Ihr glühendes Pladoyer für mehr Mitbestimmung des Kindes sehr gut nachvollziehen. Doch bei allem Verständnis, sträubt sich da etwas in mir. Ich versuche es einmal zu erläutern.

Erfahrung um jeden Preis?

Ich verstehe, dass man Kindern die Chance geben muss, selber die Erfahrung von Warm und Kalt zu machen. Letzten Sommer durfte Wirbelwind bei 30 Grad mit ihren dicken Winterhandschuhen daKind in der Jacke der Mutters Haus verlassen. Sie sah dann sehr schnell ein, dass es doch etwas zu warm für Handschuhe war. Diese Erfahrung machte sie ganz alleine, ohne dass ich sagte: „Die Handschuhe bleiben aus, das ist doch viel zu warm.“ Sie durfte selber erfahren, wie warm es unter gefütterten Handschuhen bei sengender Hitze werden kann. Das war für mich leicht, denn die Gesundheit war nicht gefährdet. Ein andernmal wurde es ihr im T-Shirt zu frisch und sie sagte mir auch kompetent, wie sie war, dass sie fror. Ich gab ihr meine Jacke. Glücklich war sie über die Zwangsjacke allerdings nicht (siehe Bild).

Aber barfuß im Schnee, das mache ich nicht mit.

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