Mama & Co
 
Meins kann dies - was kann deins? Über unnötige Vergleiche von Kindern

Das eine Baby krabbelt - das andere noch nicht. Ein Kind schreibt mit vier Jahren seinen Namen - das andere erst mit sechs. Jedes Kind ist ein Individuum und sollte als eigenständige Persönlichkeit betrachtet werden. Vergleiche schaden und verletzen nur.

Mama & Co: Meins kann dies - was kann deins? Über unnötige Vergleiche von Kindern

In meinem Leben fing es an vor 15 Jahren. Und hat seitdem nicht aufgehört. Vergleiche von Kindern sind so unnötig wie ein sechster Finger an der Hand. Mein Kind kann schon krabbeln – was kann deins? Who cares, frage ich mich. Leider immer noch genügend Eltern, die mit Sicherheit stolz auf die Leistungen ihres Nachwuchses sind. Das sollen sie auch sein. Aber doch bitte auch die anderen Kinder das machen lassen, was gerade deren Entwicklungsstand entspricht. Flashback 2005: Meine erste Tochter war im Sommer geboren und natürlich war sie für mich das Tollste, Schönste und Wunderbarste Baby, das ich je gesehen hatte. Sie war von Geburt an sehr motorisch und hatte ganz offensichtlich Freude daran, aktiv ihre Umwelt zu erkunden. Als sie alt genug war besuchte ich mit ihr eine Krabbelgruppe, denn ich wollte ihr die Möglichkeit geben, neue Impulse zu bekommen und Kontakt zu anderen Babys zu haben.

Vergleiche in der Krabbelgruppe

Etwa sieben frischgebackene Mamas waren mit mir zusammen in der Gruppe und natürlich ebenso viele Babys. Diese waren – trotz vergleichbaren Alters – ganz unterschiedlich weit entwickelt. Jedes Baby befand sich auf seiner eigenen Entwicklungsstufe und so war auch jeder kleiner Mensch mit seinem eigenen Kosmos beschäftigt: Ein Baby nuckelte an seinen Zehen, das andere robbte im Kreis herum, meine Tochter reckte ihr Ärmchen nach der unerreichbaren Sprossenwand. Mir war aufgefallen, dass eine Mutter meine Kleine sehr intensiv betrachtet hatte. Ihr Baby war eher ruhig und beobachtete still, was um es herum geschah. „Ach“, sagte die Mutter schließlich zu mir, „du hast ja echt Glück.“ „Wieso?“, fragte ich sie. „Na, ich würde mir wünschen, dass mein Kind so aktiv wäre wie deins. Mein Sohn liegt meistens nur rum und scheint überhaupt kein Interesse an Bewegung zu haben. Alle anderen Babys sind schon so agil und ich befürchte, dass er da bald nicht mehr mithalten kann.“

Der liebevolle aber kritische Blick, mit dem sie ihr Baby bei diesen Worten bedachte, ist mir noch immer im Gedächtnis geblieben. Mir taten ihre Worte in der Seele weh.

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