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Mit dem Fotograf in den Kreißsaal?

Habt ihr euch schon mal zum Thema Geburtsfotografie Gedanken gemacht und damit meine ich keine Schwangerschaftsfotos oder Neugeborenenfotos, sondern eine fotografische Geburtsbegleitung?

New Dads on the Blog: Mit dem Fotograf in den Kreißsaal?
iStock, sandsun

Wir haben uns beim letzten Schwangerschaftsshooting zum ersten Mal mit Geburtsfotografie auseinandergesetzt und waren von der Idee, dass Constantin später einmal Fotos seiner Geburt, seines ersten Atemzugs oder der Reaktion seiner Eltern sehen kann, ziemlich schnell begeistert. Doch nicht nur das, rückblickend ist es auch für meine Frau und mich eine fantastische Erinnerung an dieses einzigartige Erlebnis.

Für mich ist es eine tolle Vorstellung ein Foto seiner Eltern zu sehen, wie sie einen das erste Mal in den Armen hielten, oder den Ort an dem man geboren wurde oder die Personen die der eigenen Mutter während der Wehen und der Geburt zur Seite standen. 

Nun hat jeder seine eigene Meinung zur Geburtsfotografie und für viele ist es sicherlich schwer vorstellbar einen solch intimen Moment mit einer mehr oder weniger fremden Person zu teilen, doch wie fühlt es sich eigentlich für eine Fotografin an, einem solchen Ereignis beizuwohnen und dieses fotografisch zu dokumentieren?

Um das herauszufinden habe ich unserer Fotografin Patricia ein paar Fragen gestellt.

Patricia, warum fotografierst du eigentlich Geburten?

Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste ist sehr persönlich. Und der zweite ist einfach die Freude an dokumentarischer Fotografie.

Ich habe selbst zwei Kinder zur Welt gebracht. Die erste Geburtserfahrung war das Gegenteil von schön, die zweite sollte deshalb umso besser werden. Also fing ich wenige Wochen vor der Geburt an mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und fand im Internet viele, auch bebilderte Berichte von tollen Geburten. Und da merkte ich erst, welch ein unfassbar schönes Erlebnis das im Leben einer Frau sein kann. Und das ich das auch erleben möchte. Ich hatte dann auch meine Traumgeburt. Nicht zuletzt durch die positiven Geschichten. Das ist nun 5 Jahre her. Immer wieder kam der Wunsch bei mir hoch, das nochmal zu erleben. Allerdings ist für uns die Familienplanung mit unseren zwei Kindern eher abgeschlossen ;-) Dennoch, es fasziniert mich einfach. Dieser Weg, den Mutter und Kind - und Vater! - in den Stunden einer Geburt gehen.

Und da ich nun auch Fotografin bin und sehr gerne im Reportagebereich arbeite, ist eine Geburt einfach ein dankbares Thema. Es gibt eigentlich alle denkbaren Emotionen und nichts kann so wirklich geplant werden. Frauen unter der Geburt sind für mich wunderschön, auch wenn sie sich selbst so gar nicht wahrnehmen. Aber was sie da leisten, mit ihrer ganzen Kraft, ist einfach beeindruckend mit anzusehen.

Ich empfinde es natürlich auch als Herausforderung, da Ort und Zeit von mir ja nicht beeinflussbar sind, aber genau das gefällt mir. Auch die Lichtsituation ist selten ideal. Wie kann ich auch mit einem ästhetisch-künstlerischen Anspruch, den ich natürlich auch bei einer Geburt habe, eine Geschichte erzählen?

Ich kann mich erinnern, wie ich als Kind ganz viel wissen wollte von meiner Geburt und merke auch an meinem großen Sohn, wie er immer wieder wissen will, wie doll es damals geschneit hat und wie groß er war und er sich gerne die Fotos ansieht, als er grad geboren war. (Das waren leider nur Handyfotos bzw. mit Automatikblitz).

Was gibt es also schöneres, sich „schöne“ Bilder von dem aufregendsten Erlebnis ansehen zu können? Sich zu erinnern, an die kleinen Momente dazwischen, und das Verhältnis von großem Schmerz zu noch größerer Freude?
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