mum & still me
 
Mütter Bashing aka Schadet die Kita meinem Kind?

Irgendwie ist das doch vollkommen irre. Dass wir Mütter uns gegenseitig das Leben schwer machen, obwohl es doch so schon anstrengend genug ist. Gerade wenn es um unterschiedliche Vorstellungen geht, was die Kinderbetreuung anbelangt, prallen Welten aufeinander.

mum & still me: Mütter Bashing aka Schadet die Kita meinem Kind?

Was mache ich da eigentlich? Mit meinem Leben? Meinen Kindern? Tue ich ihnen womöglich großes Unrecht, indem sie unter der Woche täglich in der Kinderbetreuung sind? Schadet es ihnen sogar? Rabenmutter, schreit mir da eine innere Stimme zu. Zum Glück ist da aber noch mein selbstbewusstes Ich: erstmal langsam. 

Geht es allen in unserer Konstellation gut so, wie es ist? Ja. sehr. Es ist manchmal viel, vor allem für mich, bzw. uns Eltern. Aber, ich will es nicht anders. Ich liebe meinen Job. Ich liebe es, mich politisch zu engagieren. Ich brauche es, mir auch über andere Dinge als meinen Familienalltag Gedanken zu machen.

Mindestens genauso wichtig aber: wie geht es meinen Kindern?

Ich will es nicht beschönigen. Die Eingewöhnung war kein Spaziergang. Meine Kinder haben nicht happy “Tschüss Mama” gesagt und sind in die Kita spaziert. Es hat lange gedauert, es gab Tränen. Wir haben uns die Zeit genommen, mussten zum Teil noch einmal extra Urlaub nehmen. Aber es war uns wichtig, dass die Kinder in Ruhe dort ankommen können.

Inzwischen sind beide Jungs “angekommen”. Bei jedem Abholen werde ich euphorisch begrüßt – oder vertröstet, weil das Spiel noch zu ende gebracht werden muss. Der Große hat erste, innige Freundschaften geknüpft. Der Kleine fängt gerade damit an. Die Erzieherinnen sind wichtige Bezugspersonen geworden, denen sie vertrauen. Kürzlich schrieb ich irgendwo: Fremdbetreuung. Jemand korrigierte mich: das sind keine Fremden. Das sind wichtige Menschen im Leben unserer Kinder, denen wir vertrauen. 

Soweit, so gut. Bei uns, ganz individuell ist alles in Ordnung. Was aber sagt die Datenlage? Was macht frühkindliche Bildung mit unseren Kindern?

Frühkindliche Bildung: Blick über den Tellerrand

In Europa leben etwa 31 Millionen Kinder unter 6 Jahren. Nur etwa 5 Millionen Kinder unter 3 Jahren sind in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung. Es ist also mit Blick auf Europa eher die Ausnahme, Kinder im frühen Kleinkindalter betreuen zu lassen. (Quelle: https://eacea.ec.europa.eu/)

Auch in Deutschland wird im Schnitt nur jedes dritte Kind unter 3 Jahren in einer Kita oder von einer Tagespflegeperson  betreut. Gründe dafür, dass Kinder unter drei Jahren weiterhin mehrheitlich zuhause betreut werden sind aber nicht unbedingt darin zu suchen, dass Eltern das für die Entwicklung als negativ empfinden würden. Gründe können auch darin liegen, dass es schlicht keine Plätze gibt oder dass diese kostenpflichtig sind. (Quelle: https://fis.uni-bamberg.de/)

Viel wichtiger als die Frage nach der Inanspruchnahme ist für mich aber: schadet ein früher Kita Besuch meinem Kind?

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