Mutter Rabenherz
 
Mütterlicher Mental Load: Eine Anleitung für den Mann zur Entladung

"Ich kenne nicht wenige Mütter, die schon lange nur noch auf Reserve fahren. Wo die Alarmleuchte oft schon Monate, manchmal Jahre brennt, während die Väter immer halb kaputt sind. Aber irgendwie eben auch immer halb ganz." Annika von Mutter Rabenherz schreibt über den Mental Load bei uns Müttern und gibt klare Handlungsempfehlungen für die Männer...

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Kürzlich habe ich hier einen Beitrag über den Mental Load bei Müttern veröffentlicht. Keiner meiner Artikel hat bisher so viel Aufmerksamkeit erregt wie dieser. Ich habe wirklich viele Nachrichten bekommen von Frauen und sogar auch von einigen Männern. Es scheint also ein ziemlich brisantes Thema zu sein. Daher gibt es hier eine Fortsetzung für Sie, liebe Mütter, aber im speziellen auch für Ihre männlichen Mitbewohner. In Zukunft müssen Sie Ihren Männern meinen Artikel also nicht mehr heimlich unter den Fußball- oder Börsenbericht jubeln, den diese dann auch vorgeben, konzentriert zu lesen (Stereotype, juhu!). Denn hier gibt es etwas in abgespeckter und strukturierter Form. Natürlich ist es – wie immer – mal wieder ein emotionaler Querschnitt aus meinem Leben. Vielleicht dann und wann aber auch aus Ihrem. Solange die Kinder klein sind, arbeite ich in Teilzeit, der Mann ganztags. Das ist selbst gewählt und für beide derzeit das optimale Modell. Es ist völlig in Ordnung für mich, dass – solange die Kinder klein sind – ich als Voll- oder Teilzeitmutter mehr Jobs im Haushalt übernehme. Weil ich auch schlichtweg mehr zu Hause bin. Darüber müssen wir gar nicht diskutieren. Und es geht mir auch nicht um die elfundneunzig messbaren To-dos. Mit meinen drei Kindern habe ich mir da mittlerweile eine gewisse Arroganz zugelegt und feiere mich selbst täglich als Heldin des Alltags. Es geht mir vielmehr um die mentale Last. Das Unsichtbare. Das, was sich in unseren Köpfen abspielt. Aber eben auch das, was keiner sieht, wenn wir nicht darüber sprechen. Und was soll ich sagen, ohne Publikum ist es einfach nur halb so schön, sich selbst zu feiern.

Also, liebe Väter…

Sie sind toll! Was täten wir ohne Sie. Und das schreibe ich ganz ohne Ironie, was wirklich selten vorkommt. Es ist schön, dass Sie im Notfall ganz selbstverständlich Ihre Meetings absagen, um mit einem fiebernden Baby zum Arzt zu gehen. Dass Sie genau wissen, wie die filigrane Monsterfalle abends vor dem Kinderzimmer aufzubauen ist. Dass Sie den Titelsong von Bibi und Tina auswendig trällern können (das ist im übrigen echt lustig). Dass Sie Urlaub… äh Elternzeit nehmen. Dass Sie am Feierabend auch mal kochen oder am Wochenende gemeinsam mit uns putzen, staubwischen etc. Und ja: Wir wissen auch um Ihre Doppelbelastung mit Job und Familienwahnsinn. Ein Vollzeitjob mit ein bis vielen Kindern daheim… Chapeau! Trotzallem kenne ich nicht wenige Mütter, die schon lange nur noch auf Reserve fahren. Wo die Alarmleuchte oft schon Monate, manchmal Jahre brennt. Während die Väter immer halb kaputt sind. Aber irgendwie eben auch immer halb ganz. Das geht eine ganze Weile lang gut bei Ihren Frauen. Manchmal reicht aber dann schon ein falsches Wort, eine Umarmung zur falschen Zeit oder ein Männerschnupfen. Gelegentlich auch nur die gutgemeinte, aber Konsequenzen fordernde Wäscheladung, die Sie abends mal noch schnell in die Maschine werfen. Und Sie finden uns am Boden, mit dem Rücken zur Wand… Daher kommt hier: Mental Load, die Zweite:

Handlungsempfehlungen für den Mann einer mental-beladenen (belasteten) Frau:

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