LÄCHELN UND WINKEN
 
Offener Brief an hinter-Muttis-Rücken-Tuschler und mit-den-Augen-Roller

Ich vermute, die meisten Mamis kennen diese Situationen, in denen alles schief zu gehen scheint, man aufgrund dessen immer fahriger wird und dann auch noch blöde Kommentare oder wenigstens fiese Blicke von Passanten dazu kommen.

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Lächeln und winken

RGENDWIE werden wir dann – vollgepumt mit Stresshormonen – schnell mal etwas grantig, was wiederum ein Bild von uns verfestigt, dass uns eigentlich gar nicht widerspiegelt. Mir passiert so etwas aktuell ziemlich oft und ich denke dann jedes Mal, wie viel einfacher es für mich wäre, wenn zumindest die doofen Sprüche wegfielen. Daher gibt’s hier mal einen offenen Brief an all jene, die an der Kasse schon mal hinter mir standen:

Sehr geehrte hinter-Muttis-Rücken-Tuschler und mit-den-Augen-Roller,

heute nehme ich mir mal die Zeit, Ihnen einen Brief zu schreiben, denn leider fehlt mir eben diese meist, wenn wir uns persönlich treffen. Wie zum Beispiel heute morgen an der Supermarkt-Kasse. Während ich versuchte, gleichzeitig meine Einkäufe aufs Band zu legen, das brüllende Kleinkind auf meinem Arm zu beruhigen und den Kinderwagen aus Ermangelung weiterer Hände mit der Hüfte vorwärts zu bugsieren, spürte ich bereits Ihren missbilligenden Blick in meinem Nacken. Und als ich dann endlich schweißgebadet an der Reihe war, meinen Kram einzupacken und zu bezahlen, munterten Sie mich nicht etwa mit einem Lächeln auf, sondern fragten lieber: „Warum ist ihr Kind eigentlich nicht in der Kita! Sollte es in diesem Alter nicht lieber dort sein, als hier Stress zu machen?“ Überraschenderweise trug dieser Kommentar in der für mich eh schon nervigen Situation nicht zu meiner Entspannung bei. Entsprechend flapsige fiel meine Antwort aus: „Ich gehöre zu den Irren, die ihre Kinder selbst betreuen können und wollen. Und ich mach das auch einfach – ohne mir vorher die Meinung von Fremden an der Kasse einzuholen?!“ Ihrem Schnauben nach zu urteilen, fanden Sie meine Reaktion unhöflich und setzten nach, dass ich mit meinem egoistischen Verhalten definitiv der richtigen Sozialisation meines Kindes im Weg stünde und wahrscheinlich eine dieser Helikopter-Mütter sei, von denen man jetzt so häufig hörte. Herzlichen Dank für diese reizende Einschätzung!

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