Lächeln und winken
 
Plastikfrei für Anfänger wie mich – weil auch Kleinvieh in einer Familie Mist macht

Plastikfrei: ein wichtiges Thema – mit großem Konfliktpotenzial. Etwas verändern wollen viele, aber alles auf einmal schaffen die wenigstens. Das allein ist schon demotivierend, noch mehr, wenn die „Profis“ mit dem Finger auf einen zeigen. Anke von LÄCHELN UND WINKEN findet: Das muss auch anders gehen.

Lächeln und winken: Plastikfrei für Anfänger wie mich – weil auch Kleinvieh in einer Familie Mist macht

Leider, leider war ich in Punkto Plastikfrei bzw. nachhaltigem Lebensstil sehr lange eher ein Paradebeispiel für „so macht man es besser nicht“, als ein positives Vorbild. Ich schmiss als Raucher meine Zigaretten-Kippen überall auf den Boden, kaufte in Plastik eingeschweißtes Gemüse, trennte den Müll nicht und fuhr gefühlt sogar zum Klo mit dem Auto. Und das nicht mal, weil ich grundsätzlich keine Ahnung hatte oder mir das Thema Umweltschutz am Arsch vorbei ging. Im Gegenteil sogar: Schon als Grundschul-Kind beschäftigte mich das Waldsterben so arg, dass ich meine Mutter einmal fragte, ob sie davon denn nichts gewusst hätte als sie sich entschied, in diese Welt noch ein Kind zu setzen? Der „Samen“ für ein bewussteres Verhalten war also im Grunde früh gesät worden. Doch irgendwie überwogen JAHRZEHNTE meine persönliche Bequemlichkeit und der Gedanke, dass es ja noch lange dauern würde, bis sich auf unserem Planeten Szenarien wie in einem Endzeit-Film abspielen könnten. Dann bekam ich Kinder. Und mein Blick in die Zukunft veränderte sich von jetzt auf gleich. Mit der Geburt der Mausemaus wuchs plötzlich in mir die Angst, dass IHR möglicherweise Probleme bevorstünden, die ich mir eigentlich lieber nicht mal vorstellen mochte, weil sie nur auf einer Kinoleinwand zu ertragen, in der Realität jedoch einfach nur das absolute Grauen darstellten.

Plötzlich hat Zukunft einen anderen Wert.

Dennoch verkaufte ich mein Auto vor ein paar Jahren ehrlich gesagt nicht wirklich der Umwelt zuliebe, sondern weil wir schlicht keine zwei mehr brauchten, mich die Parksituation in der Kölner Innenstadt echt hart nervte und es außerdem zu klein für Kindersitze im Doppelpack war. Dass mir dann noch ein Reisebus in die gerade abgestellte Karre gefahren ist, brachte das Fass zum Überlaufen und ich trennte mich endgültig von meinem kleinen Flitzer, obwohl es sich anfühlte, als würde ich ein Stück Freiheit aufgeben.

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