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Einer schreit immer – die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen Pränataldiagnostik: „Es gibt da einen massiven Befund bei Ihrem Kind!“

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© Einer schreit immer – Die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen
20 Familien pro Jahr erhalten den Befund: „Einer Ihrer Zwillinge wird vermutlich beeinträchtigt zur Welt kommen.“ Sabine ist eine dieser 20. Statt das Babyzimmer einzurichten und den Bauch zu streicheln, musste Sie mit Wörtern wie „Spätabbruch bei Zwillingen“ und „Frühgeburt“ kämpfen. Heute erzählt sie ihre Geschichte.

Der Arzt hatte uns für einige Minuten hinausgeschickt ins Wartezimmer. Er wollte sich die Bilder des Ultraschalls nochmal genau anschauen und dann mit uns besprechen. Ich war schwanger mit Zwillingen – Mädchen, wie ich wenige Minuten zuvor erfahren hatte – und sank müde und entspannt in Ledersessel im Wartezimmer. Die Schwangerschaft war unkompliziert, die Woche vorher im Job aber stressig gewesen und jetzt freute ich mich auf den letzten Pärchen-Urlaub, bevor das Abenteuer Zwillinge losgehen sollte. Istanbul hatten wir uns als Reiseziel ausgeguckt, ein hübsches, kleines Hotel mit Blick auf den Bosporus gefunden und nun freute ich mich auf ein wenig Orient, das aber doch europäisch genug für mich als Zwillingsschwangere war. Ich freute mich auf türkische Süßigkeiten, auf den Bazar, aufs Meer und hatte schon Pläne gemacht, was wir in Instanbul unternehmen könnten.
Es gibt da einen massiven Befund bei Ihrem zweiten Kind…
Der Arzt rief und wieder in sein Sprechzimmer. Gut eine Stunde hatte er zuvor meine beiden Mädels angeschaut. Jetzt nahm er einen Stift und zeichnete auf, wie die beiden Kinder in meinem Bauch lagen: geradezu ideal, eines mit dem Kopf nach unten, eine nach oben. Dann fing er an zu erklären: „Hier sehen Sie Kind 2…“ Einen Bruchteil einer Sekunde fragte ich mich, warum er mit Kind 2 anfing, war dann aber gleich wieder abgelenkt, weil er so viele interessante Sachen erzählte. Mit dem Kugelschreiber kreiste er über der runden Blase, die er aufgemalt hatte, um dann auf Kind 1 zu zeigen: „Aber“, sagte er. „Ich muss Ihnen sagen…“

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