Im Augenblick
 
"Rebranding" statt "Regretting" – Mutterschaft neu definiert

Wenn ihr Eltern werdet, dann ist euer Leben vorbei. Es ist vorbei mit der Freiheit. Es ist vorbei mit der Selbstbestimmung. Vorbei mit einem geregelten Haushalt, mit Ordnung und mit Körperpflege. Es ist vorbei mit der Zeit zu Zweit, mit romantischen Abenden und mit dem Liebesleben sowieso.

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Es ist vorbei mit der Bikinifigur, mit Entspannung und auch mit den meisten Freundschaften. Stattdessen gibt es Augenringe, Möhrenbrei und 10 Kilo obendrauf. Statt Sex gibt’s Gespräche über Windelinhalte und statt Karriere, Müttertreff mit selbst geschnibbelten Gürkchen und pädagogisch wertvollem Holzspielzeug. Puh.

Was ich hier unter Umständen leicht überspitzt zusammengefasst habe, ist in den Köpfen vieler Frauen pure – und meiner Meinung nach durchaus angsteinflößende – Realität. „Inga, vermisst du dein altes Leben nicht manchmal?“, schafft es definitiv unter die Top3 der mir am meisten gestellten Fragen seit Frejas Geburt, nur getoppt von: „Welche Diät hast du gemacht?“ und einem etwas peinlich berührt geflüstertem: „Tut das echt so weh?.“

Es scheint gemeinhin die Annahme zu bestehen, es gäbe ein Leben „Pre-Kind“ und eines „Post-Kind“, grade so als würde man mit der Geburt in ein unergründliches Universum aus vollgekackten Windeln, Gebrüll und völliger Selbstaufgabe eintauchen aus dem man niemals wieder auftaucht, egal wie verzweifelt man es auch versucht. Von nun an, so scheint es, ginge es lediglich darum das Ganze so lange „durchzustehen“, bis die Kinder endlich „aus dem Haus“ sind. Im Grunde ist das auch kein Wunder, schließlich leben wir in Zeiten in denen sich zigtausende Frauen unter dem Hashtag #regrettingmotherhood mit Horrorgeschichten übers Kinderkriegen und Kinderhaben befeuern und unter dem Mantel „endlich das letzte Tabu zu brechen“ völlig unreflektiert ihre Klagen und Leiden über das Leben als Mutter in die sozialen Netzwerke stellen. So hatte man sich das nicht vorgestellt.

„Ja, wie denn dann?“, frage ich mich. 

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