Die Rabenmutti
 
Schwanger nach Fehlgeburt: Über Ängste und Sorgen

„Schwanger! Juhuuuuu!“ So in etwa hätte meine Reaktion beim Schwangerschaftstest letzten November sein müssen. Allerdings war sie eher verhalten: „Oh schwanger. Ok“.

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iStock, Satoshi-K

Das lag nicht etwa daran, dass ich überrascht gewesen wäre. Immerhin hatten wir uns zu einem zweiten Kind entschlossen und übten seit letztem Juni schon fleißig.  Dennoch: In dem Moment, indem ich von der Schwangerschaft erfuhr, hat mich eine dunkle Wolke überrollt. Umwoben von Ängsten, Zweifel und plötzlicher Selbstzweifel habe ich meinen Mann informiert. Auch er hat sich nicht so herzlich gefreut, wie man es sollte. Allerdings ist er Pragmatiker „Unter der 12. Woche ist nichts sicher, da lohnt es sich nicht sich zu freuen“.  Harte Worte. Naja, soooo Unrecht hat er damit nicht. Schließlich haben wir erst im August unsere kleine Mohnblüte verloren.  Abgang in der 6. Woche, nach vielen Stunden und Tagen zwischen Hoffnung und Bangen…

Ungeahnte Freude und erschütternde Gewissheit
Ganze 50% der Fehlgeburten ereignen sich in der Frühschwangerschaft, oft unbemerkt von der Mutter (sagt mein Frauenarzt).  Meist werden diese als verspätete Periode wahrgenommen. Ein Ende, wo es noch keinen richtigen Anfang gab. Ich allerdings wusste Bescheid. Hatte mich gefreut. WAHNSINNIG gefreut! Immerhin hatte ich vorab schon brav meine Folsäure Tabletten eingeschmissen, auf allerhand Lebensmittel verzichtet und bin Gefahrenquellen aus dem Weg gegangen. Kaum hielt ich den positiven Test in der Hand bin ich freudestrahlend zu meinem Mann ins Schlafzimmer gerannt und habe ihn aus dem Bett gezerrt. Wie ein wildgewordener Flummiball bin ich um ihn herum gehüft. Jeden Tag habe ich den Bauch gestreichelt und der Mohnblüte gesagt, dass ich mich freuen würde. Unser Traum hatte sich in Windeseile erfüllt – immerhin hatten wir nur knapp über 2 Monate „geübt“ – und wurde ebenso schnell zum Alptraum…

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