LÄCHELN UND WINKEN
 
Teilen muss sein. Oder?

Schorsch und Linus – die Kleinkinder aus der Zeichentrick-Serie Pepa Wutz – teilen nicht gern. „Es macht aber doppelt so viel Spaß, wenn man teilt“, sagt Mama Wutz und nimmt dem kleinen Schweinchen Schorsch seinen Dino ab, den er IMMER bei sich trägt, um ihn Linus zu geben. Natürlich weint Schorsch herzzerreißend, denn bei dem Dino handelt es sich um sein absolutes Lieblingsspielzeug.

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Lächeln und winken

Eine Situation, wie wir Eltern sie jeden Tag auf dem Spielplatz oder auch direkt im heimischen Wohnzimmer in Besuchsrunden erleben. Und ganz sicher ein Satz, den wohl jede Mama schon einmal gesagt hat. Ich auch. Leider. Denn ganz ehrlich: Ich glaube, dass ist eigentlich falsch und gemein unseren Kids gegenüber.

Damit möchte ich um Gotteswillen nicht sagen, dass es grundsätzlich einen doofe Idee ist, dem Nachwuchs beizubringen, nicht (zu) besitzergreifend zu sein. Im Gegenteil. Kinder sollten teilen lernen. Definitiv. Und auch, dass gemeinsames Spielen toll ist. Die Frage ist nur: Wie glaubwürdig sind diese Ideen, wenn wir Erwachsenen versuchen, unseren kleinen Flöhen diese „Erkenntnis“ aufzuzwingen … zumeist in einem Alter, in dem sie gerade erst erfahren, was „meins“ bedeutet.

ICH mag nicht alles teilen.
MEIN Lieblingsspielzeug ist – oh große Überraschung ;) – mein Handy. Würde mir jemand mein Handy einfach aus der Hand reißen, es jemand anderem geben und sagen: „Du musst teilen, dann macht es mehr Spaß“, würde ich demjenigen im besten Fall was husten … im schlechtesten sehr unhöflich mit Fäkal-Wörtern um mich schmeißen und mir mein EIGENTUM umgehend zurückholen. Es gibt eben Dinge, die ich einfach nicht teilen WILL (Meinen Mann würde ich übrigens auch nicht mit anderen Frauen teilen wollen, aber da Menschen ja keine Dinge und kein Besitz sind, taugen sie hier nicht als Beispiel, finde ich ;) ). Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass ICH erwachsen bin, teilen bereits gelernt habe und längst in der Lage bin, zu entscheiden, was ich wann mit wem teilen möchte und was eben nicht. Kindern wird diese Fähigkeit der richtigen Beurteilung allerdings von vorneherein abgesprochen bzw. sie haben offenbar einfach nicht das Recht, etwas nur für sich haben zu wollen. Sie bekommen stattdessen diese abgedroschen Floskeln von uns serviert und müssen selbst ihre absoluten Lieblinge, an denen ihr komplettes Kinderherz hängt, zumindest kurz abgeben, sobald es einem anderen Kind danach verlangt … um wenigstens guten Willen und natürlich gute Erziehung zu beweisen. Sonst haben Eltern und Kind in der Präsentation ihrer Sozialkompetenz versagt.

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