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LÄCHELN UND WINKEN Trauerarbeit: Mit Kindern gemeinsam trauern

Blog Lächeln und winken, Trauer
© LÄCHELN UND WINKEN
Niemand befasst sich gerne mit dem Tod, dennoch gehört er für uns alle – auch Kinder – zum Leben dazu ... egal wie aktuell oder in welcher Größenordnung. Anke von LÄCHELN UND WINKEN wollte sich diesmal vor der eigentlich Situation vorbereiten – und holte sich dazu Unterstützung von Bestseller-Autorin Lena Kuhlmann.

Der Tod gehört zum Leben dazu. Auch schon für Kinder, obwohl wir Eltern sie am liebsten davor beschützen würden. Aber manchmal geht das nicht ... manchmal stirbt jemand, und große und kleine Herzen werden gleichzeitig gebrochen. Ganz schlimm ist es, wenn es sich um einen geliebten Menschen handelt. Aber auch der Tod eines Haustieres, das schon ewig Teil der Familie war, hinterlässt viel Schmerz und Tränen. Damit umzugehen, hat mich vor eine der bisher größten Herausforderungen der Mutterschaft gestellt.
 
Vor fast genau drei Jahren starb unser Kater Felix. Ich war damals schwanger mit dem Krümelchen – in der 30. SSW – und die Mausemaus war noch keine drei Jahre alt. Es kam nicht überraschend, dennoch traf es mich so heftig, dass mir noch heute sofort die Tränen in die Augen steigen, wenn ich an den Moment denke, als er in meinem Arm gekuschelt eingeschläfert wurde. Es war richtig. Er war sehr krank. Und so müde. Sein Blick sagte mir, dass es ok war ... dass er glücklich gehen würde, zufrieden mit seinen 15 Katzen-Jahren und der Zeit an meiner Seite, als mein Freund und Weggefährte. Er schlief schnurrend ein. Für ihn war es die Erlösung nach langen Monaten der Krankheit. Für mich war es ... einfach nur furchtbar. Noch furchtbarer vielleicht, weil ich nicht allein war mit meinem Verlust. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich damit konfrontiert, nicht nur mit meinem durch den Tod ausgelösten Schmerz umgehen zu müssen, sondern gleichzeitig mit dem meines Kindes. Sie hatte im Wartezimmer mit einer sehr netten Arzthelferin gespielt, während mein Mann und ich die Entscheidung trafen, unseren wirklich wundervollen und sehr geliebten Frechdachs über die Regenbogenbrücke ziehen zu lassen. Als wir ohne unser Tier, unser felliges Familienmitglied, aus dem Behandlungsraum kamen, weinte sofort auch die Mausemaus. „Wo ist mein Felix“, fragte sie immer wieder. „Ich gehe nicht ohne meinen Felix!“ Es brach mir das Herz ... zum zweiten Mal in kürzester Zeit.
 
Kinder trauern anders.
 
Trauer ist etwas sehr individuelles, abhängig vom Typ, von den persönlichen Bedürfnissen und natürlich auch der Dimension des Verlustes. Ein Haustier zu verlieren kann man sicher nicht mit dem Tod eines geliebten Menschen vergleichen, und doch sind es nun mal Lebewesen, mit denen wir oftmals unzählige Jahre verbrachten und die genauso wie Verwandte und Freunde ein klaffendes Loch hinterlassen, wenn sie gehen. Wir trauern ... manchmal wirklich lange und durchaus intensiv. Nicht nur Erwachsene, die das Konzept Tod wenigstens grob und in seiner ganzen Tragweite begreifen, sondern auch Kinder. Allerdings trauern Kinder anders. Und darauf war ich vor drei Jahren so wenig vorbereitet wie auf meinen eigenen Schmerz, der sicherlich durch den Umstand, dass ich schwanger und vollgepumpt war mit mütterlichen Hormonen, noch potenziert wurde.
 

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