Wiebke Verflixter Alltag
 
Unser Kind schläft alleine ein: das war unser Weg

Erinnert Ihr Euch an die Beiträge, die ich zu Wölkchens Schlafverhalten, zum größten Teil zu tiest frustriert geschrieben habe? Im Mai berichtete ich beispielsweise, dass ich stundenlang neben Wölkchens Bett liegen muss, ehe sie endlich einschläft. Ein Weggehen war unmöglich. So hat Wölkchen gelernt alleine einzuschlafen.

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Von Papa zu Mama
Noch vor zwei Wochen war das Bild ähnlich: Papa konnte Wölkchen ins Bett bringen, das Zimmer verlassen, und sie schlief irgendwann von alleine ein. Manchmal dauerte das dennoch eine halbe Stunde bei ihr, aber sie weinte nicht oder rief nach uns. Sie schaute einfach ein wenig vor sich hin in die Nachtlicht-durchflutete Dunkelheit und schloss irgendwann ihre Augen. Ganz ohne Händchenhalten oder stundenlangem Nebenherliegen. Wenn ich genauso wie Papa agierte, weinte sie allerdings, sobald ich anfing mich zu verabschieden.

So weit also der Stand der Dinge. Dann haben wir das Experiment gewagt: auch ich wollte nun vorzeitig den Raum verlassen. Wir erklärten unser Vorhaben vor dem Schlafengehen. Sie reagierte teilweise gefasst und zustimmend, teilweise jammernd verneinend. Dann ging es ans Eingemachte. Ich verabschiedete mich beim Zubettbringen von Wölkchen und verließ das Zimmer. Natürlich jammerte Wölkchen sofort los, weil ich den Raum verließ. Papa ging wieder hinein und beruhigte sie. Dann kam er raus und holte mich wieder in das Zimmer. Er hatte Wölkchen erklärt, dass er mich noch einmal hineinholt, damit sie mir Gute-Nacht sagen kann. Aber dann würde ich wieder gehen. Zusammen mit Papa verabschiedeten wir uns also erneut von Wölkchen, verließen den Raum und – siehe da – sie akzeptierte es. Papa war stolz wie Bolle, dass sein „Erziehungskonzept“ funktionierte.

Am nächsten Tag brachte ich wieder Wölkchen ins Bett. Papa stand hinter der Tür, allzeit bereit einzuspringen, wenn Wölkchen wieder protestierte. Ich ging aus dem Kinderzimmer und Wölkchen meckerte wieder etwas, allerdings eher halbherzig. Daher warteten wir ab. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit war sie ruhig. Sie war alleine eingeschlafen. Einfach so. Am nächsten Morgen begrüßte sie mich freudestrahlend mit den Worten: „Alleine eingeschlaft!“. Auch sie war stolz auf sich, wohl auch weil sie sah, dass es uns so viel bedeutete.

In einer fremden Umgebung
Dann waren wir am Wochenende bei meiner Schwester zu Besuch, der Papa war nicht mit. Daher war ich alleine mit dem Zubettbringen betraut und konnte keinen Mann um Hilfe bitten. Trotz der fremden Umgebung klappte es ganz gut. Zwar wollte Wölkchen zunächst, dass ich mich zu ihr legte, aber ich erklärte ihr wahrheitsgemäß, dass ich ja noch keine Zähne geputzt hatte. Sie horchte auf und ich nutzte die Situation, um ihr zu erklären, dass ich noch Zähne putzen gehe, und dann wieder hoch kommen würde. Das war nicht gelogen, nur die zeitliche Dimension ist vielleicht ein wenig verzerrt ;) Ich verabschiedete mich also von Wölkchen, sagte ihr sie solle sich schon mal hinlegen und schlafen. Sie legte sich hin. Ich verließ den Raum, ohne dass Wölkchen auch nur einen Mucks von sich gab. Pflichtbewusst putzte ich erst einmal meine Zähne, ehe ich mich perplex auf das Sofa zu meiner Schwester setzte und das Babyfon anstarrte. Gleich… gleich würde sie nach mir rufen und fragen, wo ich so lange bliebe. Gleich… Aber das Babyfon blieb still. Verrückt.

Der Zahnputztrick funktionierte auch am zweiten Abend. Am dritten Abend wollte sie allerdings, dass ich mir gleich zusammen mit ihr die Zähne putze. Ganz schön clever, die kleine Maus. Hier erzählte ich ihr, dass ich noch Wirbelwind ins Bett bringen muss. Auch das akzeptierte sie anstandslos. Es war geschafft, vorzeitig den Raum zu verlassen wurde zum „Standard“.

Wie bringe ich das Kind dazu alleine einzuschlafen?
Für Euch möchte ich kurz festhalten, was aus meiner Sicht wichtig ist, damit ein Kind lernt alleine einzuschlafen. 

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