Eine ganz normale Mama
 
Urteilt nicht über andere Mütter, bevor ihr nicht alle Hintergründe kennt

Kennt Ihr das? Euch kommt eine Mutter entgegen, sie zieht ihr Kind an der Hand hinter sich her, motzt, was das Zeug hält, das Kind heult Rotz und Wasser. „Wie behandelt die denn ihr Kind?“ schießt mir durch den Kopf. Aber halt!

Blog Eine ganz normale Mama, Urteilt nicht
Nathalie Klüver

Wer bin ich denn, dass ich über diese Mutter urteile? Ohne die Vorgeschichte zu kennen, ohne zu wissen, ob die Mutter nicht vielleicht schon zehn Mal das Kind gebeten hat, endlich mitzukommen, weil ein Kinderarzttermin/der Bus/anderer wichtiger Termin wartet und das Kind sich weigerte und sich Wutanfall an Wutanfall reihte? Und was ist mit der Mutter, die ihr Baby im Kinderwagen vor sich herschiebt und dabei aufs Handy starrt statt mit dem Baby zu flirten? Stopp, kein Urteilen. Wir kennen nicht alle Hintergründe, vielleicht schreibt sie grad dem Ehemann eine Nachricht, was er zu Essen kaufen soll, vielleicht schaut sie nur auf die Uhr, was wissen wir schon über die Hintergründe?! 

Der Mensch ist schnell im Urteilen. Blitzschnell erfasst das Gehirn Situationen, ordnet Dinge ein – und fügt sie leider meistens schnell in Schubladen. Das verdanken wir der Evolution, es hat unseren Vorfahren in der Steinzeit ein ums andere Mal das Leben gerettet. Säbelzahntiger? Gefahr! Das Einordnen in Schubladen spart Zeit und Energie. Es erleichtert uns das Leben, erleichtert unserem Gehirn die Arbeit. Wir können schneller denken, schneller reagieren, im Gehirn bleibt Platz für das Wesentliche. Aber leider führt diese Errungenschaft der Evolution auch zu Vorurteilen. Zum vorschnellen Verurteilen.

Weshalb wir uns häufiger einfach mal bewusst daran erinnern sollten. Und uns selbst ein „Stopp“ zurufen sollten. Denn nicht immer, ist alles so wie es scheint. 

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