Lächeln und winken
 
Von wegen „Loser-Mutti“ – wir sind stärker denn je!

Es ist ja grundsätzlich schon schwer, allen heutzutage an Mütter gestellten Ansprüchen gerecht zu werden. Aktuell ist es allerdings schlicht unmöglich. Doch das wurmt vor allem die Mamis selbst. Vielleicht liegt es daran, dass sich Anke von LÄCHELN UND WINKEN gerade jetzt nicht von Fremden als „Loser-Mutti“ bezeichnen lassen will.

Lächeln und winken: Von wegen „Loser-Mutti“ – wir sind stärker denn je!

Ich möchte ehrlich sein: Wäre ich allein, also ohne Mann und Kinder, würde ich wahrscheinlich bereits seit Wochen in Embryonalstellung vor der Glotze liegen, in immer demselben Schlafanzug, mit Chips-Krümeln im Haar und Schokoladenflecken all over. Warum auch nicht? Die Situation ist beängstigend. Man kann kaum mehr irgendwohin. Jeder vermisst oder sorgt sich um irgendwen. Viele verlieren ihre Jobs. Andere arbeiten unter gefährdenden Bedingungen. Und das Schlimmste ist: Niemand weiß, wann es wieder anders wird, wann wir zurück in den Alltag dürfen, der uns auf so vielen Ebenen Sicherheit bietet, unsere Basis darstellt und uns einen Grund gibt, morgens aufzustehen, uns zu waschen und lächelnd in die Welt hinauszugehen. Aktuell würde ich WIRKLICH gerne einfach so rumliegen und mich mal hängen lassen, mich zumindest ein wenig in meiner Angst suhlen und schlicht abwarten. Kann ich aber nicht. Denn ich bin eine Mama. Meine Aufgaben sind nicht weniger, sondern mehr geworden in den letzten Wochen; und die Bedingungen, unter denen ich agieren und funktionieren muss, schwieriger. Ich falle abends ins Bett und bin völlig erschossen. Dabei habe ich noch Glück, denn ich muss nicht plötzlich eine Lehrerin für meine Kinder sein und kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen. Dennoch rotiere ich gefühlt 24/7 zwischen Haushalt, Arbeit, gelangweilten Kindern und dem Mann im Homeoffice, um hier grob alles in der Spur zu halten. Um das zu schaffen, müssen Abstriche gemacht werden ... überall. Und das wiederum nagt manchmal an mir, abends, wenn ich im Bett liege und den Tag Revue passieren lasse, meine Kinder vor meinem inneren Auge zu lange vor dem Fernseher liegen sehe, ihre Tränchen der Freunde-Vermissung in Gedanken noch einmal trockne und mich trotzdem sagen höre, dass ich nicht die ganze Zeit mitspielen oder basteln kann. Dann fühle ich mich schlecht und unzulänglich. Als wäre ich eine „Loser-Mutti“.

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