Eine ganz normale Mama
 
Was wir von Babys lernen können: Das, was wirklich zählt

Es gibt Leute, die bezahlen teures Geld für Entschleunigungskurse. Sie versuchen sich in Achtsamkeit und Meditation, vertiefen sich in schlaue Bücher oder gehen gleich ins Kloster. Ich schaue einfach mein Baby an.

Blog Eine ganz normale Mama Entschleunigung
Nathalie Klüver

Beobachte sie morgens dabei, wie sie sich nach dem Aufwachen reckt und streckt, langsam aufwacht und mich dann mit diesem unwiderstehlichen Babylächeln anstrahlt. Ich könnte sie stundenlang anschauen, stundenlang ihr Glucksen hören, mich über ihre aufgeregt strampelnden Ärmchen freuen, wenn ich ihr eine Rassel hinhalte. Babys bringen einen zurück auf den Boden der Tatsachen, sie zeigen einem, was wirklich wichtig ist. Man muss sich nur einlassen auf ihr Tempo, in ihre Welt eintauchen.

Ganz langsam rekelt sich meine kleine Maus. Sie verzieht ihren Mund, streckt ihre kleinen Fäuste in die  Höhe, dann über den Kopf, ganz langsam und genüsslich. Ihre Beine hebt sie in die Luft, senkt sie wieder, bewegt den Kopf hin und her, streckt ihn wie eine Schildkröte nach vorne und zieht ihn wieder ein, macht dabei ein hinreißendes Doppelkinn. Ihre Augen öffnen sich kurz, schließen sich wieder und die Aufwachchoreographie beginnt von vorne. Ich könnte ewig dabei zuschauen, bei diesem gemütlichen Recken und Strecken, den langsamen Bewegungen.

Ein leises Schmatzen sagt mir, dass sie gleich ganz wach wird – der Appetit lässt sie wach werden. Noch ein paar Streckübungen, noch einmal die Schildkröte und das Doppelkinn, dann öffnet sie ihre Augen. Ihr Blick wird klar, sie wird wach, sieht mich und lächelt dieses unglaubliche zahnlose Babylächeln, das einem das Herz aufgehen lässt, alles rundherum vergessen lässt. Sie macht diese lustigen Babygeräusche und strahlt, wenn man mit eben diesen Lauten antwortet.

Vielleicht sollten wir Erwachsenen es genauso machen. 

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