Mama steht Kopf
 
"Wenn der Storch nicht von alleine kommt": Interview mit der Autorin Melanie Croyé

„Dann müssen Sie halt Hormone nehmen.“ Noch immer kann ich mich ganz genau an jenen Satz erinnern. Damals. Mit achtzehn im Behandlungszimmer meiner Gynäkologin in der Heimatstadt.

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iStock, Sneksy

„Wenn das so weiter geht, können Sie später keine Kinder bekommen, das muss Ihnen klar sein“,
setzte sie mit strafend-mahnendem Blick fort. Zu Recht!
Denn heute, rückblickend betrachtet, war dies ein an mich gerichteter und völlig wirkungsvoller Weckruf!
Ich hatte mir schon immer Kinder gewünscht!

Seit ich denken und mich erinnern kann, wusste ich, dass ich aus tiefstem Herzen später einmal eine Mama sein möchte.
Doch an jenem Nachmittag in den Neunziger Jahren war ich das sture, fast magersüchtige Mädchen. Das, welches trotzig das Essen aufgab.
Um das Gefühl der Kontrolle zu haben, über den eigenen Körper und damit vermeintlich das junge Leben.
Ich war das Mädchen, dessen Zyklus zwei Jahre aussetze und drohte „sich nicht mehr zu erholen“, sollte ich dem Hunger-Wahn kein jähes Ende bereiten.

Hormone! Kinderlos!
Das saß! Und machte mir Angst. Fürchterliche Angst. Angst vor Nebenwirkungen und somit wiederum Angst, die Kontrolle zu verlieren. Da fing ich lieber wieder an zu essen. Nein, vielmehr als das:
Ich begann,  wieder das Leben zu kosten, es zu fühlen und zu schmecken.
Und wurde dafür später reich beschenkt.
Trotz anfänglicher Negativ-Prognosen.

Denn auch dem Gatten wurde einst die Aussicht auf ein rasches, kinderreiches Leben ein klein wenig gedämpft und genommen, wie er mir einst berichtete.
Keine ganz so rosigen Voraussetzungen, was die künftige Familienplanung betraf, oder?

Und heute? Haben wir drei Kinder!
Alle auf ganz natürlichem Weg bekommen, alle innerhalb kürzester Zeit.
Ohne jemals penibelst auf Temperaturen, Ovulations-Zeitpunkte & Co. geachtet zu haben. Ohne jemals Kalender geführt zu haben oder uns Druck und Stress aussetzen zu müssen. Es passierte einfach so. Und dass ich hier von einem ganz großen Glück berichten darf, das ist mir bewusst. Und dies ganze drei Mal!
Und dafür Danke ich von ganzem Herzen.

Denn ich weiß, dass viele Paare nicht solches Glück erleben dürfen.
Dass der Weg zum Wunschkind, zu den Wunschkindern, ein langer, steiniger ist.
Und ich möchte sie kennen lernen: Diese andere Seite.
Möchte sie verstehen und mitfühlen, denn auch dies ist ein Thema, das alle angeht und welches es gilt, anzupacken und anderen Mut zu machen. Es ist so wichtig, Zuversicht zu schenken und zu zeigen, dass alles geht und machbar ist!

Eine, die sich genau dies zur Aufgabe gemacht hat und die weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt und insbesondere niemals Mut, Hoffnung und Glaube an den eigenen Körper aufzugeben ist Melanie Croyé.

Die Berliner Journalistin hat ihre ganz persönlichen Erfahrungen nun in einem Buch zusammengefasst. In „Wenn der Storch nicht von alleine kommt“ berichtet sie ganz offen und ehrlich über ihren ganz persönlichen Weg zum Wunschkind, über gleich zwei Kinderwunsch-Behandlungen!
Sie selbst fühlte sich während dieser Zeit oft hilflos und vermisste einen offenen, ehrlichen Ratgeber, der nötiges Wissen kompakt vermittelt und ganz nebenbei auch Mut und Zuversicht vermittelt. Nun schrieb sie diesen einfach selbst! 

Ich durfte die Autorin interviewen und ihr während eines sehr sympathischen Telefonates einige Fragen zu jenem Thema stellen.
Diese und die ehrlichen und insbesondere Mut-machenden Antworten möchte ich Euch hier gerne einmal schriftlich zusammenfassen:

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