GROSSE KÖPFE
 
Wenn Mama kitschige Fotos an die Familie schickt...

Ich sitze am Rand der Kletterhalle und wie immer muss ich etwas schlucken und schaue stumm meinem Sohn beim Klettern zu. Eine kleine Träne rollt mir die Wange hinunter und ich schicke dem Mann ein Foto von unserem Sohn, hoch oben an einer Kletterwand. "Wie toll er das kann", schreibe ich und es kommt ein <3 zurück.

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Ich sitze am Rand der Kletterhalle und wie immer muss ich etwas schlucken und schaue stumm meinem Sohn beim Klettern zu. Eine kleine Träne rollt mir die Wange hinunter und ich schicke dem Mann ein Foto von unserem Sohn, hoch oben an einer Kletterwand. "Wie toll er das kann", schreibe ich und es kommt ein <3 zurück.

Seit exact zehn Jahren schaue ich unserem Sohn beim Wachsen zu. Hoher Schnee lag an diesem Tag vor zehn Jahren, wir hatten Glück noch ins Krankenhaus zu kommen.  Das ist viele Jahre und viele Falten her.

Seit nunmehr vier Jahren haben wir mehrere Diagnosen für unseren Sohn. Die Tränen meiner Verzweiflung nach zwei Kita-Wechseln und verschiedenen Kinderdramen bekamen nach vielem Hin- und Her endlich einen Namen und ich weine seitdem meine Tränen nicht mehr ins Ungewisse hinein. So viele Tränen sind schon wegen dieses Kindes geflossen: vor Wut, vor Traurigkeit und vor Einsamkeit. Vier Jahre mit Diagnosen, Ärzten, Therapien und immer der versteckten Angst wieder mit ihm allein, vielleicht sogar eines Tage einsam inmitten von anderen Eltern dazustehen. Denn wenn Kinder mit Inklusionsbedarf eines machen, dann ist es einsam. Die wenigen Freundschaften vom Sohn hüten wir wie einen Schatz, achten sie und packen all unsere Liebe hinein. Denn Freunde, die hat unser Sohn selten. Zu anstrengend, zu laut, zu schnell, zu komisch, zu klein, zu wild, zu alles irgendwie finden ihn viele Kinder und die Eltern schütteln die Köpfe oder rollen die Augen.

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