Mama steht Kopf
 
Wenn’s mal wieder scheiße läuft…

In mir brennt ein Feuer. Nein, es ist ein Sonnensturm. Ich koche und glühe. Tausend Nadelstiche foltern und quälen mich, lassen es fast unerträglich erscheinen. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl kurz vor der Explosion, vorm Super-Gau, dieser Moment, in dem die Nerven nicht dünner sein könnten, ganz knapp vorm Zerreißen.

Mamastehtkopf, Stress
iStock, altmodern

Dieses lähmende Gefühl des Nicht-mehr-Aushaltens. Ich möchte mir Augen und Ohren zu halten und einfach fort sein. An einem anderen Ort. Gerade in diesem Moment. 

Doch muss ich genau jetzt präsent und stark bleiben! Und vor allem ruhig. 

Es ist einer dieser Abende, an dem mich meine eigenen Kinder in den Wahnsinn treiben!
Sie machen mich fertig, bringen mich an meine Grenzen und lassen mich an mir zweifeln. Daran, eine gute Mutter zu sein und überhaupt auch nur irgendetwas im Griff zu haben. Denn gerade in diesem Augenblick scheint es ganz und gar nicht so!
Es ist ein Gefühl des Versagens und Nicht-gut-genug-Seins. Eine heimliche, innere Verzweiflung! Die Mädels schreien sich bereits seit dem frühen Nachmittag an. Ein Zicken-Krieg jagt den Nächsten, die Kleinste brüllt. Weil sie völlig übermüdet ist und krank wird. Weil sie zur Zeit irgendwie nicht “in ihrer Mitte“ ist.
Dann wird sie immer so furchtbar ätzend und ergießt sich in einem Heul-Anfall nach dem Anderen.

Ihr kennt solche Situationen:
Da reicht es schon, wenn Mutter die Butter im falschen Winkel auf’s Brot schmiert!
Schlimm wird es aber erst Recht, sitzen drei verquere Kinder am Esstisch!
Denn zwischen den streitlustigen Mädchen sitzt ja noch der große Bruder. Er hatte einen langen, Kräfte-zerrenden und ereignisreichen Tag und sehnt sich nun nach Ruhe und Erholung. Und zu meinem Entsetzen sehe ich, wie ihm die Tränchen die Wangen runter kullern. Ebenfalls Tränen der Verzweiflung und Erschöpfung. Weil auch seine Nerven an diesem Mittwoch-Abend am Ende sind. Weil auch er sich gerade an einen anderen Ort wünscht. Weil er den Lärm und das Geheule der Schwestern nicht mehr ertragen kann. Weil er nicht weiß, wie aus der Situation entkommen und ich ihm dabei gerade -selbst gefühlt ziemlich hilflos-  nicht helfen kann.

Oder etwa doch?

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