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LÄCHELN UND WINKEN Wie ist es, mit einem gehandicaptem Kind unterwegs zu sein – 13 Mütter erzählen

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© LÄCHELN UND WINKEN
Wenn wir auf dem Spielplatz, im Supermarkt oder einfach auf der Straße „besonderen“, also gehandicapten Kindern begegnen, reagiert mein Nachwuchs exakt so, wie man das von Kids im jeweiligen Alter nun mal erwarten darf: Dem Krümel ist es komplett Latte, außer sein Gegenüber ist extrem laut.


Dann bleibt er stehen und wartet ab, ob „der Interpret“ noch mehr zu bieten hat. :D Die Tochter ist mit ihren fast 5 Jahren natürlich schon etwas weiter was das Erkennen von Unterschieden zu ihrer eigenen Person angeht und stellt mir sofort Fragen: „Mama, warum brüllt das Kind so?“ oder „Warum sitzt der Junge im Rollstuhl?“ oder „Kann das Mädchen nichts sehen? Wieso denn nicht?“ Meist muss ich mir gar nicht die Mühe machen, ihr zu sagen, dass sie die Frage am besten an das Kind selbst oder dessen Mama richtet, da meine Tochter SO laut ist, dass es eh bereits alle mitbekommen haben :D . Dennoch schiebe ich die Aufforderung schnell noch hinterher, damit ihre offen bekundete Neugierde nicht gar so plump und unverschämt wirkt. Und da haben wir dann auch schon das Problem: Mich. Denn eigentlich ist es gar nicht das Verhalten der Mausemaus, das in irgendeiner Form negativ gewertet werden kann – schließlich zeigt sie einfach nur wunderbar ehrlich und vor allem wertfrei Interesse an ihren Mitmenschen – sondern mein Drang, nicht UNVERSCHÄMT zu wirken oder eine Grenze zu überschreiten.

Warum eigentlich? Warum denke ich, dass man fremde Menschen nicht einfach so ansprechen sollte, schon gar nicht, wenn sie offensichtlich eine Behinderung oder ein „Problem“ haben? Ich habe keine Ahnung, aber ich weiß, dass dieser Gedanke weit verbreitet ist. Klar, ein Grund wird sicher sein, dass wir Erwachsenen oft weder Lust noch Zeit haben, uns ernsthaft mit dem Leben anderer zu befassen; wir haben mit unserem eigenen schon genug zu tun. Aber es ist eben auch dieses Gefühl, das uns sagt, dass GERADE die Eltern von behinderten Kindern so einen spontanen, indiskreten Kontakt nicht wollen. Die Frage ist nur: Stimmt das überhaupt? Vor allem so verallgemeinert?

Vor kurzem bekam ich von einer lieben LÄCHELN UND WINKEN-Leserin eine E-Mail, in der sie mir ein bisschen von sich selbst und ihrem gehandicapten Sohn berichtete. Sie schrieb unter anderem davon, wie schwierig sie es manchmal fände, mit den Blicken und UNAUSGESPROCHENEN Kommentaren von Fremden umzugehen. „Ich habe dann fast das Gefühl, gesellschaftlich zu versagen“, schrieb sie, weil sie sich eben anders verhalten MUSS als die Mütter der gesunden Kinder, aber alle immer nur glotzen, ohne mal nachzufragen. Alle wahren die unsichtbaren Grenzen – außer die Kinder natürlich, wenn man sie lässt.

Durch diese Mail, diese Geschichte und die damit verbunden Fragen, wie wohl andere Eltern von besonderen Kindern mit ihre „Außenwirkung“ umgehen und was sie sich als Alternative zum Schweigen und Wegsehen wünschen würden, entstand die Idee, einfach mal nachzufragen … in Kurz-Interviews mit LÄCHELN UND WINKEN-Leserinnen, die täglich mit solchen Situationen konfrontiert sind. <3

Drei Fragen an Mamis mit besonderen (gehandicapten) Kindern:

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